Wieder ein sehr zweifelhafter Schlag gegen die Pokerindustrie: Ein Richter aus Kentucky erhob das Urteil gegen 141 .com Pokerdomains, die in Kentucky tätig sind. So müssen alle Domaininhaber bis zum 17. November sicherstellen, dass ihr Angebot nicht mehr für Bewohner Kentuckys zugänglich ist, ansonsten werden die Domains beschlagnahmt. Große Enttäuschung macht sich in der Pokerszene breit, denn wieder einmal wird ein sehr zweifelhaftes Urteil gegen das Pokernetzwerk erhoben. Für Poker Affiliates erstmal ohne große Auswirkungen, allerdings belebt eine solche Negativschlagzeile nicht gerade das Geschäft… Wir alle können nur hoffen, dass der Albtraum des UIGEA bald ausgeträumt ist und sich der Markt wieder öffnet. Die Chancen stehen gut und darauf muss man vorbereitet sein, unabhängig von dubiosen Richterurteilen.

Die beiden Branchen sind sehr ähnlich und gehen Hand in Hand. Das liegt vor allem daran, dass eine gewisse Fluktuation besteht: Pokerspieler versinken mal gerne am Black Jack Tisch und eingefleischte Casinospieler, die sonst immer dem einarmigen Banditen die Hand drücken, versuchen sich mal an einem Pokertisch. Doch konsequenterweise trennen sich Poker Affiliates von den Casino Affiliates und gehen eigene Wege. Pokeraffiliates trumpfen mit strategischem Content, News und Reviews auf und vermarkten Poker als Geschicklichkeitsspiel mit dem sich ganz einfach, ganz viel Geld machen lässt. Casinoaffiliates hingegen müssen sich meist auf Reviews und Spielregeln beschränken und können das Spiel in einem Casino nicht als Geschlicklichkeitsspiel vermarkten.

Dies führt schon einmal zu einer Einschränkung und einer Begrenzung im Wettbewerb. Denn während ich bei Poker eine Seite für Seven Card Stud, oder nur für Pokernews aufbauen kann, habe ich im Casinobereich weit weniger Nischen.

Der allgemeine Wettbewerb ist beim Pokern allerdings höher, denn es gibt wesentlich mehr Poker begeisterte, die sich als Pokeraffiliates versuchen, als Casinospieler, die Casino Affiliate werden.

Von der Sicht des Profits kann man keinen direkten Vergleich ziehen. Zwar bringt ein durchschnittlicher Casinospieler mehr als ein Pokerspieler, aber das heißt noch nicht, dass dies im Segment des Affiliates auch so sein wird. Angenommen ein Pokeraffiliate führt eine Seite über Freerolls. Dann zieht er hiermit im Grunde nur schwache Spieler an und ein Real Money Player wird ihm extrem wenig einbringen. Führt er aber eine HORSE Seite, so ist die Zielgruppe deutlich gehobener (wer, außer erfahrene Spieler interessiert sich für diese Variante?) und ein Real Money Player kann einen Casino Spieler weit übertrumpfen.

Am besten ist es ohnehin sich ein Portfolio an Seiten aufzubauen und nicht nur auf ein Pferd zu setzen. Wenn man also die Möglichkeit hat auch eine Casino Seite ins Leben zu rufen, sollte man diese nutzen.

Ein großer Vorteil, den Poker Affiliates haben ist allerdings, dass Poker mit positivem Erwartungswert gespielt werden kann und ein Spieler sogar ohne eigene Einzahlung extrem viel Rake produzieren kann, wenn er sich nach oben spielt. Bei Casinospielern ist das nicht der Fall, hier muss immer Gled nachgepumpt werden.

Wie eine bekanntere Rakebackseite berichtet, soll es schon diverse Zahlungsprobleme und Probleme mit der Liqudität für Rakebackspieler geben. Dies sind definitiv klare Anzeichen dafür, dass der Raum aus dem letzten Loch pfeift. Wie auch schon im Falle Pokerlion wurde von Boss Media, dem Provider zunächst der Zahlungsfluss gestoppt. Boni konnten nicht mehr gebucht werden. Ähnlich sieht es bei Walker Poker aus, nur mit dem Unterschied, dass kein renommierter Zahlungsdienstleister wie Webdollar zur Verfügung steht, der die Bankrolls der Spieler absichert. Die Rakebackseite empfiehlt seinen Spielern so schnell wie möglich alles auszubezahlen und kündigt weitere Infos an.

Im Grunde leidet sogut wie jedes Geschäft unter dem Sommerloch. Ganz schlimm ist es wenn auch noch eine Fußball EM oder WM stattfindet, denn dann beginnt das Sommerloch noch ein paar Wochen früher und außer die Gastronomien und Fanartikelhersteller leiden die meisten darunter. Ebenfalls Pokeraffiliates, die die Herausforderung haben ihre Spieler über den Sommer bei Laune zu halten. Selbst die WSOP kann hier wenig ausrichten. In den USA sieht der WSOP-Hype anders aus, da werden in dieser Zeit meist Rekordumsätze erwirtschaftet. Der Tenor auf der anderen Seite des Teiches ist überwiegend negativ: Im Sommer sind einfach keine guten Umsätze drin. Zwar sitze ich persönlich gerade noch mit Badehose auf der Terrasse und genieße noch etwas die Sonne an diesem “Feier”tag, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass der Herbst schon lange vor der Tür steht und Weihnachten auch nicht mehr fern ist. In der kälteren Jahreszeit zieht es unsere Zielgruppen wieder vermehrt vor den PC und sie werden zu einer netten Pokerpartie im Internet eingeladen.

Doch im Poker Affiliate Business ist es kaum anders als im Wintersport: Im Sommer werden die Champions geboren! Wer im Sommer viel Zeit in sein Webseitenportfolio und Content gesteckt hat, kann jetzt dann die Früchte ernten! Wer im Sommer eher inaktiv war, hat jetzt einiges nachzuholen um von der Hauptsaison ordentlich zu profitieren.

Zurzeit ist es einfach nur noch ein Grauen auf die weltweiten Börsenmärkte zu schauen. Es folgt ein Schwarzer Montag dem Schwarzen Freitag (wie heute schon wieder…) und es ist kein Ende in Sicht. Im Moment sind die Folgen der Finanzkrise noch gar nicht vollständig abzusehen. Bisher sind zwar nur die Finanzmärkte betroffen, aber das wird zwangsläufig auch einen Einfluss auf ALLES andere haben. Die einen Wirtschaftsbereiche trifft es härter, die anderen weniger hart. Zwar wird auf dem Pokermarkt auch viel Geld hin und her geschoben, aber es besteht kein Grund zur Panik. Der gesamte Sektor ist gesund und mit richtig viel Cash angereichert. Dass PokerStars morgen plötzlich eine Auszahlung verweigert weil sie aufgrund der Finanzkrise nicht mehr flüssig sind, ist ausgeschlossen. Und auch in naher Zukunft sieht es halb so wild aus wie manche Pessimisten es heute ausmalen. Wenn Größen wie Neteller in kurzer Zeit nicht mehr liquide sein sollten, wäre das zwar ein derber Schlag für alle Pokerspieler, aber als Poker Affiliate ist man darauf nicht unbedingt angewiesen.

Sicher ist in diesen Zeiten natürlich gar nichts, aber es hilft nichts alles schwarz zu sehen. Das macht alles nur noch schlimmer und man verbaut sich alle Optionen der Zukunft. Für Pokeraffiliates heißt es also einfach weiterzuarbeiten.

Neben CPA gibt es für Pokeraffiliates die Bezahloption Revenue Share, auch Commission genannt. Im Grunde ist dies nichts anderes als die prozentuale Beteiligung am generierten Spieler. Werben Sie als Poker Affiliate also einen Spieler und dieser macht an einem Tag 100 Euro Rake, so bekommen Sie davon einen definierten Prozentsatz von z.B. 25 %, also 25 Euro. Das ganze zählt für ein Leben lang und ist keine einmalige Auszahlung wie beim CPA Deal.

Es gibt aber von Poker Affiliate Programm zu Affiliate Programm Unterschiede. Bei manchen gilt nur der Nettoumsatz, bei anderen werden auch Ein- und Auszahlungsgebühren abgezogen und bei anderen gilt der Prozentsatz vom Gesamtrake. Das ist nicht unerheblich und sollte stets beachtet werden! Manche Poker Affiliate Programme trumpfen mit 50 % Revenue Share auf und am Ende stellt sich raus, dass sowohl der Bonus zu 100 % als auch die Zahlungsgebühren abgezogen werden. So kann aus einem starken Winning Player, der mal schnell einen Bonus clearen will ein ganz unattraktives Geschäft werden. Hier gilt es jedenfalls schön auf die Terms and Conditions zu achten bevor man einen Pokerraum promotet.

Für eine Abhandlung der Vor- und Nachteile von CPA und Revenue Share gibt es diesen Artikel: CPA vs. Commission

Unter CPA versteht man eine einmalige Auszahlung der Provision. Angeblich ein durchschnittlicher Kunde ist dem Unternehmen 500 Euro Wert, so erhält man als Affiliate einen gewissen Prozentsatz dessen, z.B. 20 %, also 100 Euro. So ähnlich sieht es bei Pokerräumen und Pokeraffiliates aus. Auf Lebenszeit bringt ein Pokerspieler dem Pokerraum ca. 500 Dollar (wobei hier die Schätzungen von Raum zu Raum unterschiedlich sind), daher beträgt die Auszahlung bei CPA Deals ca. 100 Dollar.

Viele Pokeraffiliates lieben CPA, denn sie müssen sich nach Zahlungserhalt nicht darum kümmern den Spieler an einen Raum zu binden und sie können zu Beginn schon ordentlich Cash anhäufen. Hat man 10 Spieler an der Hand, kann man direkt 1000 Dollar kassieren. Bei einem Revenue Share Deal würde man viele Monate brauchen um auf diesen Betrag zu kommen, dafür hat man aber irgendwann langfristige Einnahmen.

Zum Vergleich von CPA und Revenue Share können Sie diesen Artikel studieren: CPA vs. Revenue Share.

Duplicate Poker versuchte sich mit einer speziellen Pokervariante am Markt durchzusetzen. Es wurden an allen Tischen die gleichen Karten verteilt, was diese Variante als Geschicklichkeitsspiel eingestuft hat und damit sogar in den USA legal war. Eingefleischte Onlinespieler belächelten diese Version und kamen nicht auf die Idee nur aufgrund der Legalität auf Duplicate Poker zu spielen. Jetzt ist erstmal auch der Ofen aus. Zwar haben sich 250.000 Spieler registriert, aber das reicht anscheinend nicht. Grund sei die angespannte Wirtschaftslage, aber die wirklichen Gründe kann sich eigentlich jeder selbst denken… Traurig, dass Innovation nicht immer belohnt wird. Viel Kapital wurde sicherlich auch in den Sand gesetzt. Für Poker Affiliates heißt das nicht viel, denn nur wenige haben Duplicate Poker wirklich beworben.

Zwar stehen in Österreich inzwischen schon acht Concord Card Casinos, aber das heißt noch lange nicht, dass der Pokerboom mit dieser Expansion gleichzieht. Gerade offline hat die Pokerindustrie mit vielen Hürden zu kämpfen: Das rechtliche Risiko ist enorm. Theoretisch kann in Österreich innerhalb kürzester Zeit jedes private Kartencasino dicht machen müssen! Das finanzielle Risiko ist groß. Dealer, Tische, Ausstattung, etc. muss alles irgendwie bezahlt werden. Der Umsatz ist geringer. Es werden weniger Hände/Stunde gespielt, nur zu gewissen Zeiten und auf begrenztem Tischangebot.

Im Klartext heißt das: Die Onlinepoker Industrie ist sogut wie in allen Belangen dem online Markt unterlegen. Für Pokeraffiliates ist der offline Markt ohnehin uninteressant, dennoch tangiert es einen irgendwie.

Dass der Pokerboom im deutschsprachigen Raum rückläufig ist, steht außer Frage. Dass aber jetzt auch die Kartencasinos im pokerfreundlichen Österreich Probleme bekommen, ist relativ neu. So soll das Poker Royale laut Kurier vor der Insolvenz stehen. Bestätigt wurde dies bisher noch nicht, aber man kann sich ausrechnen wie profitabel gewirtschaftet wird. Nun scheint es auch noch das Monte Carlo Card Casino mit fehlender Liquidität erwischt zu haben. Auf dem Next Level Poker Blog wird von einer Zwangsversteigerung von Monte Carlo Card Casinos Firmeneigentum berichtet. Gerüchten zufolge hat der Kartenraum schon länger Probleme mit der Auszahlung von Automatengewinnen. Rosige Zeiten kommen also nicht auf alle im Pokergeschäft zu….

Nach dem von der UIGEA verursachten Schock in der Pokerindustrie, keimt schön langsam wieder Hoffnung auf. Die einen vertrauen auf den Regierungswechsel. Sowohl Obama, als auch McCain sind in den Augen der Poker Players Association nicht die schlechtesten Hoffnungsträger. Nun legt aber Menendez einen Gesetzesentwurf zur Regulierung von Online Geschicklichkeitsspielen vor. Er scheint im allgemeinen der Auffassung zu sein, dass Poker und auch diverse andere Spieler durch Geschick und nicht durch Glück gewonnen werden können.

Doch ideal wäre eine Definition als Geschicklichkeitsspiel ebenfalls nicht. Die ganze Glücksspielindustrie lebt vom Selbstbetrug. Weiß der Großteil der Freizeit-Pokerspieler, dass sie ausgenommen werden können, wird es für sie weniger attraktiv. Oder wo liegt der Reiz als Zocker mit einem Profi eine Partie Schach um Geld zu spielen?

Fakt ist aber, dass die jetzige Situation mehr oder weniger der Worst Case für Pokeraffiliates ist. Wichtig ist, dass der größte Pokermarkt wieder geöffnet wird. Alles andere ist erst einmal Nebensache.

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