Die Ungarn machen’s vor

Auch in Ungarn dürfen nicht ohne Weiteres private ‚Glücksspielveranstaltungen’ abgehalten werden. Doch in diesem Land wurde ein Schlupfloch genutzt und die privaten Pokerturnier-Veranstalter sprießen wie Pilze aus dem Boden: Im Deckmantel einer angeblichen Sportveranstaltung kann der Staat weder gegen den Veranstalter noch gegen die Teilnehmer rechtlich vorgehen. Hinzu kommt, dass auf die nichtoffiziellen Gewinne dieser Veranstaltungen keine Steuern entrichtet werden müssen.

Wie auch in vielen anderen Ländern erlebt das Pokerspiel in Ungarn derzeit einen enormen Boom. Dies zieht immer mehr private Veranstaltungen nach sich, die in Lokalen, Wohnzimmern oder Klubräumen abgehalten werden. Dass der Staat nicht wirklich dagegen vorgehen kann, liegt am ungarischen Glücksspielgesetz. Damit ein Spiel auch als Glücksspiel bezeichnet werden kann, müssen folgende drei Punkte erfüllt sein:

Das Spiel muss zum Teil auf Glück beruhen, bei den Gewinnen handelt es sich um Geldgewinne, es muss ein Wetteinsatz getätigt werden.

Natürlich erfüllt auch eine private Veranstaltungen alle diese Punkte. Es ist jedoch schwer, dies auch nachzuweisen. Wird ein Veranstalter in die Mangel genommen, streitet dieser natürlich alles ab – einer der Punkte wurde garantiert nicht erfüllt. Und da es den Gesetzeshüter zu mühselig ist, lange Nachforschungen anzustellen, wird eine mögliche Untersuchung rasch wieder eingestellt.

Auf der einen Seite lässt diese Lücke mehr Möglichkeiten zu und die Spieler müssen nicht zwangsläufig ein Spielkasino besuchen, um ihrer Lieblingsbeschäftigung frönen zu können. Auf der anderen Seite haben diese Personen jedoch keinerlei Schutz und sind letztendlich auf den Wohlwillen der Veranstalter angewiesen. Denn wo es keinen Einsatz gibt, gibt es im Umkehrschluss natürlich auch keine Gewinne. Und sollte ein geprellter Spieler nach einem eventuellen Betrug Anzeige erstatten, hat es dieser schwer, sein Geld zurückzubekommen. Dem Staat ist die ganze Sache angeblich nicht wichtig genug, um sich intensiver damit zu beschäftigen.

Nun sollte man eben wissen, wo und mit wem man sich einlässt. Nicht alle privaten Veranstalter sind zwangsläufig Gauner und Betrüger. Ein Blick in die Nachrichten offenbart jedoch auch, dass täglich hunderte Menschen abzogen werden. Sei es nun im Internet, an der Haustür oder übers Handy. Ein wenig Vorsicht kann also nie schaden. Aus diesem Grund ist es doch genaz nett, eine private Pokerveranstaltung abhalten zu können, ohne ständig mit der Angst leben zu müssen, aufzufliegen und eine hohe Strafe zu entrichten. Wenn ein wenig Einsatz das Ganze spannender macht, sollte der Staat nicht gleich auf die Barrikaden gehen. Vor allem im Hinblick darauf, was die Politiker mit unseren Steuergeldern alles anstellen…

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