Ein weiterer Hoffnungsschimmer für Poker Affiliates und -Spieler

Nachdem vor kurzem ein Verwaltungsgericht in Berlin zugunsten eines Pokerveranstalters entschieden hat, zog nun auch ein Gericht in Hamburg nach. Es ging hierbei erneut um die Auslegung des neuen deutschen Glücksspielvertrags, gegen den auch im folgenden Fall eindeutig verstoßen wurde.

Ein Norderstedter Pokerveranstalter richtete Turniere aus, bei denen ein Startgeld in Höhe von 15 € entrichtet werden musste. Und genau dieser Einsatz wurde von dem Berliner Gericht als unbedenklich eingestuft. Zu der Anzeige kam es, weil ein erboster Turnierteilnehmer dachte, der Veranstalter hätte ihn betrogen. Da bei besagtem Event wohl zu viele Spieler teilnahmen und es für diese Menge zu wenig Sachpreise gab, versprach der Veranstalter Punkte, die der jeweilige Gewinner später gegen einen Sachpreis einlösen könne. Nachdem der Kläger eben diese Punkte einlösen wollte, verweigerte der Angeklagte angeblich die Herausgabe des gewünschten Preises. Somit kam es also zu besagter Anzeige. Der Fall war klar: Verstoß gegen das neue deutsche Glücksspielgesetz.

Zur Enttäuschung des Klägers entschied sich das Gericht für einen klaren Freispruch. Es gab also keinerlei Strafen gegen den Turnierveranstalter und der rachsüchtige Kläger blieb auf seinen Kosten sitzen. Auch dieses Beispiel zeigt uns wieder in aller Deutlichkeit, wie unterschiedlich der Glücksspielvertrag in den verschiedenen Bundesländern gehandhabt bzw. ausgelegt wird. Wo im Süden empfindliche Strafen gegen einen Verstoß ausgesprochen werden, geht es im Norden ziemlich liberal zu. Was auf den ersten Blick sehr gut für die Pokerveranstalter aussieht, erweist sich in der Praxis jedoch als ziemliche Gratwanderung. Jedes Event ist ein ‚Glücksspiel’ und der Ausgang eines möglichen Rechtsstreits hängt immer von der Stimmung des jeweiligen Richters ab. Solange es also keine einheitliche Rechtsprechung in diesem Fall gibt, muss ein jeder Veranstalter, zumindest im Süden des Landes, mit einer eventuellen Anzeigen/Strafe rechnen.

Dennoch kann es nicht schaden, wenn sich immer mehr Richter gegen eine mögliche Strafe entscheiden. Dies kann bei neuen Fällen mit eingebracht werden und macht auf jeden Fall Mut. Wenn es weiterhin solch massiven Protest gibt, wird der Staat irgendwann einmal einlenken und die Zügel ein wenig lockern, was sich dann natürlich auch positiv auf den Onlinebereich auswirkt.

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