Offline Casinos versus Internet

Das Thema lässt uns einfach nicht los, zumal nun doch endlich von einer handfesten Rezession gesprochen wird. Man rechnet im nächsten Jahr mit einem Wachstumsrückgang von 0.8 Prozent (ob das auch wirklich stimmt, mag noch dahingestellt sein), wo vor wenigen Tagen noch von einer Nullrunde die Rede war. Die Hiobsbotschaften nehmen kein Ende und die Krise greift nun auch auf den Casinobereich über.

Beginnend mit der Spielbank Hamburg, deren Umsatz im Vergleich zum letzten Jahr um 20% gesunken ist, über den Branchenverband der Kasinos in Deutschland, deren Erlös vom Januar bis September diesen Jahres um 21% gefallen ist, bis hin zu den Spielbanken Niedersachsens, die 460 Arbeitsplätze streichen wollen sowie der Spielbanken in Sachsen, die bis zum Jahresende einen Verlust in Höhe von 40% erwarten. Der Grund für diese miserablen Zahlen sei wohl ein Ausbleiben der potenziellen Kundschaft.

Gehen wir nun mal davon aus, dass nicht nur die Finanzkrise für die Misere verantwortlich ist. Was könnte den Spieler noch davon abhalten, ein Casino zu besuchen? Einige Punkte würden mir auf Anhieb einfallen: Etwa der Eintritt, der zusätzlich zu der Fee zu entrichten ist, sobald man das Casino betreten möchte. Wieso muss man Eintritt bezahlen, wenn man sich bereits für ein Turnier oder ein Cashtisch angemeldet und die Gebühr entrichtet hat? Hinzu kommt das Rauchverbot. Natürlich kommt dies den Nichtrauchern sehr gelegen. Doch wie bereits Zahlen in den USA gezeigt haben, bleiben viele Raucher aus diesem Grund den Spielcasinos fern – sie halten es schlichtweg nicht ohne Glimmstengel über einen längeren Zeitraum aus. Vielleicht liegt es auch an den strengen Einlasskontrollen, die im Casino gefordert werden – immer zum Schutze des Bürgers und dessen möglichen Spielsucht…

Beschäftigen wir uns also nun im Gegensatz zu der Offlinevariante mit den Vorteilen des Onlinepokerns. Außer dem Rake, das ja im Casino ebenfalls zu entrichten ist, fallen keine weiteren Kosten an (wenn wir mal davon ausgehen, dass inzwischen fast jeder User über eine Flatrate verfügt). Es besteht weder eine Kleiderordnung, noch eine Einlasskontrolle. Der Spieler kann sich zu jeder Zeit einklinken und unter vielen verschiedenen Buy-Ins bzw. Limits wählen. Im Casino sind sowohl die Anfangszeiten wie auch die Limits sehr eingeschränkt. Zudem werden online so ziemlich alle Varianten angeboten, während sich diese im Offlinebereich in der Regel auf Texas Hold’em und Omaha beschränken. Schön ist natürlich auch, dass sich der Anfänger zunächst mit Spielgeld langsam an die Materie heranwagen kann, während dies im Casino nicht möglich ist.

Ein weiterer Pluspunkt des Onlinepokerns liegt darin, dass bei Bedarf mehrere Tische gleichzeitig gespielt werden können. Somit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, in einer bestimmten Zeit mehr Gewinn einzufahren. Ebenso hat der Spieler hier die Möglichkeit, Hilfsprogramme einzusetzen, um mit deren Hilfe mehr über die Gegner zu erfahren und diese somit besser einstufen zu können. Im Offlinebereich kann er lediglich auf seine Beobachtungsgabe bzw. sein Gedächtnis zurückgreifen.

Wenn wir nun noch die Bonusprogramme der verschiedenen Onlineanbieter berücksichtigen, mit denen sich der User zusätzliches Geld erspielen kann, und mit denen nach wie vor neue Spieler geködert werden, müssen wir uns für die Zukunft weniger Sorgen machen. Selbst wenn die Zahlen ein wenig nach unten gehen sollten, wird der Rückgang auf keinen Fall mit dem des Offlinegeschäfts gleichzusetzen sein. Dazu überwiegen die Vorteile einfach zu sehr und auch einem finanziell angeschlagenem Menschen fällt es immer leichter, den Knopf seines PCs zu betätigen, als die Pforten eines Casinos zu durchschreiten.

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