Betrug im Affiliatebereich

Beim Affiliatebetrug handelt es sich um die neueste Spielart des Klickbetrugs. Hierzu suchen sich die Betrüger einen Händler aus, der seine Produkte über verschiedene Affiliate-Netzwerke vertreibt. Daraufhin meldet sich der Bösewicht bei allen Partnerprogrammen an und baut deren Links auf seiner Seite ein. Diese Seite passt natürlich zu dem jeweiligen Thema und wird in Suchmaschinen entsprechend angemeldet. Nach einer kurzen Zeit folgen die ersten Klicks über den Affiliate-Banner und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Um dies ein wenig genauer verstehen zu können, verfolgen wir den Werdegang des Klicks ein wenig genauer:

– Der jeweilige Betreiber des Affiliateprogramms registriert den Klick.

– Der Klick setzt einen Cookie auf der Betreiberseite.

– Der Klick schreibt dem Betreiberkonto einen bestimmten Betrag gut und leitet die Bestellung an den jeweiligen Händler weiter.

Am Ende eines Monats stellt dann das Affiliate-Netzwerk dem Händler eine Rechnung über die ausgeführten Klicks aus. In eben dieser Rechnung tauchen jedoch die einzelnen Seiten nicht mehr auf. Es wird lediglich überprüft, ob die Klickzahlen plausibel erscheinen und dann die Ausschöpfungsquote ausbezahlt. Diese Quote gibt darüber Aufschluss, wie viele Bestellungen nicht storniert wurden. Und da es viel zu aufwendig wäre, eben diese Quote jeder einzelnen Seite zuzuordnen, wird sie lediglich pauschalisiert.

Zum anderen zahlt das Affiliate-Netzwerk seinem Partner den vereinbarten Betrag. Dies geschieht für jeden generierten Klick. In einem anderen Beispiel erfolgt die Bezahlung ohne Wissen darüber, ob einer Bestellung auch wirklich ein Kauf folgt.

Im Klartext bedeutet dies, dass eine Rücksprache zwischen Merchant und Affiliate-Netzwerk in den meisten Fällen nicht stattfindet. Somit weiß die Marketingabteilung oft nicht, von welcher Seite die Bestellung kam und ob diese eventuell storniert wurde.

Nun kann der Betrüger folgendermaßen vorgehen: Angenommen, der Händler bietet fünf verschiedene Partnerprogramme an. Der Betrüger meldet sich also bei all diesen Programmen an und bestellt darüber jeweils denselben Artikel (also über alle fünf Programme). Somit kann er fünfmal die Provision kassieren, da die fünf verschiedenen Programme nichts voneinander wissen. Diese geben lediglich den ‚korrekten’ Klick an den Händler weiter. Nachdem die Provisionen bezahlt wurden, macht der Betrüger von seinem Rückgaberecht Gebrauch und dies am besten noch, bevor die Ware überhaupt ausgeliefert wird. Leider bleiben diese illegalen Klicks, sollte man nicht zu gierig werden, bei der Vielzahl der korrekten Bestellungen unentdeckt.

Um sich nun als Händler vor solchen Betrügereien zu schützen, sollte dieser möglichst nur an einem Partnerprogramm teilnehmen. Auf diese Art und Weise sinkt jedoch leider auch das Umsatzpotenzial des Händlers.

Der Händler kann ein übergreifendes Controlling einschalten. So gibt es Anbieter auf dem Markt, die unter dem Motto ‚last cookie wins’ Mehrfachbestellungen ausfiltern und somit den Betrügern das Handwerk legen. Ebenfalls bieten diese Anbieter den Händlern weitere Möglichkeiten, um gegen Missbrauch vorzugehen.

Es bleibt die teuerste aber wirkungsvollste Methode, bei der die händlereigene IT-Infrastruktur in das des Affiliate-Netzwerks integriert wird. Somit kann eine Bestellung vom Klick bis zum Kauf lückenlos verfolgt und eventuelle Betrügereien aufgedeckt werden.

Wie man also sieht, ist eben auch das Affiliategeschäft nicht ohne Tücken. Und wie in fast allen anderen Bereichen, gibt es eben auch hier schwarze Schafe…

Cookie

Kommt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt ‚Keks’. Es handelt sich hierbei um einen kurzen Eintrag in einer kleinen Datenbank bzw. einem Dateiverzeichnis auf einem Computer und dient dem Austausch von Informationen zwischen Programmen oder der zeitlich beschränkten Archivierung von Informationen. Im Affiliate Marketing werden diese Cookies eingesetzt, um den Provisionsanspruch eines Affiliates über einen bestimmten Zeitraum aufrecht zu erhalten. Die Cookiedauer gibt darüber Auskunft, wie lange das Cookie auf dem Computer des Users gültig bleibt. So erhält der Affiliate im Falle einer Cookie Laufzeit von 30 Tagen auch dann noch eine Provision, wenn der von ihm weitergeleitete Kontakt 28 Tage nach dessen Klick auf der Seite des Merchants eine Aktion ausführt. Die Provision steht ihm folglich noch bis zu 30 Tagen nach dem Klick zu.