Es gingen schon länger Gerüchte um, aber nichts, was man auf Poker Affiliate Biz hätte veröffentlichen können. Jetzt sind unsere Quellen allerdings glaubhaft genug, dass wir es veröffentlichen können: Gamblingriese Betfair wird zu Ongame wechseln und die unabhängige Seite Betfair Poker aufgeben.

Für viele ist dies keine positive Entwicklung, denn es zeigt wieder einmal dass der Markt am konsolidieren ist und Pleiten und Verschmelzungen praktisch monatlich passieren. Und so auch hier. Sowohl Ongame als auch Betfair sind in Sachen Traffic und Wachstum auf der Strecke geblieben. Ongame verlor nennenswerte Anteile gegenüber Party und iPoker. Und auch Betfair ist mit dem Versuch gescheitert ein zweites Full Tilt ins Leben zu rufen. Pros wie Anette15 sollten hier helfen, blieben aber im Vergleich zu Ivey und Co. blaß.

Insofern dann doch ein nachvollziehbarer Zug. Über den Umzug werden Betfair Spieler und Affiliates sicher rechtzeitig informiert.

Es wäre ohne Zweifel ein gigantischer Zug der die derzeitige Pokerindustrie extrem beeinflussen würde. Anscheinend ist Party Gaming mit Bwin im Gespräch. Es ist die Rede von einer Fusion aber wahrscheinlich wird es eher eine Allianz im Pokersektor. Denn dort haben beide ihre lieben Probleme. Ongame verliert immer mehr an Boden und schafft es mit immer schlechterer Software seine Spieler zu vertreiben. Party Gaming erholt sich zwar nach dem UIGEA Schock von 2006 wieder, aber ist noch lange nicht wieder zurück bei alter Stärke. Sowohl Pokerstars als auch Full Tilt sind deutlich vorbei gezogen und iPoker als Netzwerk ungefähr gleich auf.

Insofern kein Wunder dass man sich Gedanken macht. Und in der Tat könnte eine Fusion der beiden Pokerprodukte eine Wende herbeiführen. Am sinnvollsten erscheint ein Zusammenschluss vom Ongame- und Party-Netzwerk und dem Fokus auf ein Netzwerk. Aus Softwaresicht kann man sich eigentlich nur Wünschen dass Party die Oberhand behält und das ist auch wahrscheinlich denn PartyPoker hat eine Menge in die Verbesserung seiner Software investiert.

Allerdings müsste man sich von diesem Zusammenschluss auch wichtige Synergien erhoffen. Alleine wenn man Ongame und Party zusammen zählt reicht es trotzdem nicht annähernd an Full Tilt und Pokerstars heran. Aber umso wichtiger erscheint ein solcher Zusammenschluss, denn der Anschluss darf auch nicht verloren werden. Und eventuell hat Party zusammen mit Bwin auch schon etwas für den US-Markt in der Hand. Denn dieser scheint der absolute Trumpf von Pokerstars und Full Tilt zu sein. Doch die Frage ist auch wie lange dies der Fall sein wird.

In den letzten Tagen wurde das Ergebnis von 2009 des israelischen Gamblingunternehmens Playtech veröffentlicht. Playtech betreibt neben einer recht bekannten Casino und Automatensoftware das Netzwerk iPoker. Die Zahlen sind durchaus beeindruckend mit einem 25 %-igen Wachstum des EBITDA, sprich die Einnahmen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

Was den Vergleich von iPoker mit der Konkurrenz angeht, sollte das Unternehmen allerdings nicht allzu zufrieden sein mit der derzeitigen Entwicklung. iPoker wurde in Sachen Traffic von Platz 3 von Party Poker verdrängt und das obwohl man Anfang/Mitte 2009 glauben konnte dass iPoker mit Full Tilt aufschließen könne. Full Tilt bleibt jedoch auf Platz 2. Auch die Probleme mit der Win/Loss Regel bei iPoker veranlasst viele Skins bereits zum Wechsel. Das sind zwei Herausforderungen die iPoker meistern muss um 2010 so erfolgreich wie 2009 zu bleiben.

Bei amerikanischen Affiliate Kollegen ist Cake Poker trotz des jungen Alters schon sehr beliebt. Amerikanische Spieler scheinen Cake Poker zu lieben, die Conversions sind wunderbar und bringen so manchem Affiliate ganze Stangen an Geld. Nun möchte Cake Poker aber nicht nur in den USA auftrumpfen, sondern sein Netzwerk stark in Europa und dem Rest der Welt ausbauen. Hierfür werden diverse Skins aufgesetzt, alle für ein entsprechendes Territorium. So wird es in Zukunft einen französischen, itanlienischen, deutschen, dänischen, usw. Cake Poker Skin geben. Strikte Netzwerkbedingungen verhindern, dass sich die Skins gegenseitig zerfleischen und bei der territorialen Expansion im Weg umgehen. Die Ziele sind sehr hoch, denn man will zu den richtigen Größen wie Full Tilt und Pokerstars aufschließen können. Ob dies gelingt ist noch fraglich. Die Marketingstrategie ist jedenfalls sehr interessant und neu. Die Zeit wird zeigen wie erfolgreich sie ist…

Einst war es der mit Abstand größte Pokerraum und es war kein Ende des Wachstums in Sicht. Der Unlawful Internet Gambling Enforcement Act stellte jedoch den großen Wendepunkt dar. PartyPoker zog sich aus dem amerikanischen Markt zurück und der Abwärtstrend begann. Anstatt sich frühzeitig umzustellen und den europäischen Markt in Angriff zu nehmen, sah PartyPoker mehr oder weniger regungslos zu und sah PokerStars an sich vorbei ziehen und Full Tilt Poker aufschließen.

Nun scheint endlich wieder Bewegung in den Laden zu kommen und der neue CEO Jim Ryan verkündet die Software einem Relaunch zu unterziehen, für Europäer freundlicher zu gestalten und wieder Lizenzen zu verkaufen. Damit wäre der Weg für neue PartyPoker Skins (die es im Übrigen schon einmal gegeben hat) frei. Für einen Zuwachs im Netzwerk ist also sicherlich gesorgt und PartyPoker hat im Vergleich zu PokerStars und FullTilt, die keine Skins verteilen einen neuen Vorteil. Man darf auch gespannt sein was mit dem Unlawful Gambling Enforcement Act passiert wenn die jetzige Regierung abgewählt wird. Eventuell wird der amerikanische Markt wieder geöffnet und PartyPoker wird zu alter Stärke finden können.

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