Jetzt ist es offiziell: Bwin und Partygaming stehen kurz vor einer Fusion, neudeutsch “Merger”. Dies lässt sich aus einem ausführlichen Statement der Londoner Börse entnehmen.
Zurzeit tut sich wieder viel am Pokermarkt und man kann nicht unbedingt behaupten, dass alles positiv ist. In Kürze steht noch ein weiterer großer Transfer bevor, der einer der größten Wettanbieter betrifft, aber das ist noch ein wohl gehütetes Geheimnis. Was kleinere Seiten betrifft so ist es zwar nicht unbedingt negativ, dass Betfriends von Betsson aufgekauft wurde, aber wohl schon sehr bedenklich wenn Affiliates einen Tag (!) vor dem Transfer davon in Kenntnis gesetzt werden. Für uns ein klares Minus für Betfriends.
Ein klareres Minus geht an Aced. Einst der hoffnungsvolle Raum aus dem Merge Netzwerk, der einmal versuchte Jamie Gold für sich zu gewinnen. Aus welchen Gründen auch immer ging dies nach hinten los und gut ein Jahr später scheint der Ofen aus zu sein. Sehr bedenklich ist, dass es zunächst hieß, dass nur “Aced Affiliates” schließen wird in den nächsten Tagen. Aber scheinbar betrifft es Aced als Pokerraum. Was mit den Spielern passiert und den Affiliates, die an ihnen verdienen weiß man bisher nicht. Aber Merge sieht hier alles andere als gut aus und hätte schon vorher einschreiten und nach einer Lösung suchen müssen. Deswegen auch ein klares Minus an Merge.
Es wäre ohne Zweifel ein gigantischer Zug der die derzeitige Pokerindustrie extrem beeinflussen würde. Anscheinend ist Party Gaming mit Bwin im Gespräch. Es ist die Rede von einer Fusion aber wahrscheinlich wird es eher eine Allianz im Pokersektor. Denn dort haben beide ihre lieben Probleme. Ongame verliert immer mehr an Boden und schafft es mit immer schlechterer Software seine Spieler zu vertreiben. Party Gaming erholt sich zwar nach dem UIGEA Schock von 2006 wieder, aber ist noch lange nicht wieder zurück bei alter Stärke. Sowohl Pokerstars als auch Full Tilt sind deutlich vorbei gezogen und iPoker als Netzwerk ungefähr gleich auf.
Insofern kein Wunder dass man sich Gedanken macht. Und in der Tat könnte eine Fusion der beiden Pokerprodukte eine Wende herbeiführen. Am sinnvollsten erscheint ein Zusammenschluss vom Ongame- und Party-Netzwerk und dem Fokus auf ein Netzwerk. Aus Softwaresicht kann man sich eigentlich nur Wünschen dass Party die Oberhand behält und das ist auch wahrscheinlich denn PartyPoker hat eine Menge in die Verbesserung seiner Software investiert.
Allerdings müsste man sich von diesem Zusammenschluss auch wichtige Synergien erhoffen. Alleine wenn man Ongame und Party zusammen zählt reicht es trotzdem nicht annähernd an Full Tilt und Pokerstars heran. Aber umso wichtiger erscheint ein solcher Zusammenschluss, denn der Anschluss darf auch nicht verloren werden. Und eventuell hat Party zusammen mit Bwin auch schon etwas für den US-Markt in der Hand. Denn dieser scheint der absolute Trumpf von Pokerstars und Full Tilt zu sein. Doch die Frage ist auch wie lange dies der Fall sein wird.
Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir davon berichtet haben wie PokerRoom Affiliates nach dem Verkauf behandelt wurden. Sie wurden nämlich einfach ignoriert. Scheinbar interessiert das aber nur die wenigsten und gehört in dieser Branche vielleicht sogar zum guten Ton. Denn auch im Falle von TonyG Poker wurde nicht anders verfahren: TonyG Poker, der iPoker Skin von (wahrscheinlich) einem der unpopulärsten Pokerprofis überhaupt, Tony Guoga wurde kürzlich im Rahmen seines neuen Sponsoring Vertrages von PartyPoker an den PartyPoker Skin Noble Poker verkauft. Viele haben TonyG Poker vermarktet, vor allem im Zuge von “Pokerprofessor” seiner Coaching Seite wo die Spieler Startkapital erhalten haben.
Nun werden allerdings die meisten Affiliates einfach hintergangen und erhalten von geworbenen TonyG Spielern keine Provision mehr auf Noble Poker. Frechheit sagen die einen, “normales Geschäft” die anderen. Begrüßenswert ist es keinesfalls und zum Glück gibt es auch Fälle wo solche Übernahmen anders geregelt wurden. Bei Propanda Poker zu Betsafe verdienen die Affiliates zum Beispiel immernoch ihren Teil. Es kann auch keine Ausrede sein, dass der neue Eigentümer z.B. gar kein Affiliate Programm anbietet. Dies müsste im Zuge des Kaufes mit den Affiliates geregelt werden, wie es Intertops vor einigen Jahren bei einem Transfer lobenswerter weise gemacht hat.
Es bleibt also nur das Urteil: Daumen runter TonyG und Noble Poker!
Derzeit gehen Gerüchte in der Pokerindustrie um, die mehr als Gerüchte zu sein scheinen. Es ist auch irgendwo nachvollziehbar: Seit 2008 konsolidiert sich der Pokermarkt. Hier gibt es sowohl Gewinner als auch Verlierer, die Schere zwischen Gewinner und Verlierer wird jedoch immer größer. Das heißt, dass der Unterschied an Marktanteilen zwischen Marktführer und denjenigen mit den geringsten Marktanteilen, größer wird. Everest und Party als (bisher) eigenständige Netzwerke könnten daher mit einer Fusion extrem an Traffic zulegen und in den Bereich von Full Tilt gelangen.
Bisher scheinen es nur Überlegungen zu sein. Party Poker hat allerdings schon vor einigen Monaten angekündigt das Netzwerk zu öffnen und da bietet sich Everest als großer Lizenzpartner an. Party Poker kann damit sogar ohne den US Markt wieder auf Platz 2 rücken, kaum auszudenken wo sie stehen wenn der US Markt wieder öffnet.
Nachdem es Microgaming nicht sonderlich leicht hatte in den letzten Monaten, kann das Netzwerk endlich mal wieder einen Erfolg vermelden. Ladbrokes, was bisher ein eigenständiges Netzwerk war fusioniert nun mit Microgaming. Beide Seiten scheinen damit der umgreifenden Konsolidierung entgegen zu wirken. Denn weder um Microgaming stand es in letzter Zeit gut, noch um ein komplett eigenständiges Netzwerk ohne spürbaren Traffic. Diese Fusion sollte dem Microgaming Netzwerk einen guten Schub nach vorne geben. Ob es damit aber gegen die großen wie iPoker, Ongame und Co. mithalten kann ist äußerst fraglich.
Wie das Pokernetzwerk Cryptologic kürzlich bekannt gab, wird es im ersten Quartal 2009 mit dem Boss Media Netzwerk (IPN) fusionieren. Boss Media übernimmt dabei alle Crypto Spieler und Skins. Ausnahme hier bildet SunPoker, einer der größten Crypto-Skins. SunPoker wird, wie bereits auf Poker Affiliate Biz berichtet zu Ipoker wechseln (siehe SunPoker wechselt zu IPoker).
Die Fusion scheint fest zu stehen und damit geht wird ein Netzwerk weniger verfügbar sein. Cryptologic wird sich in Zukunft mehr seinen Casinos widmen, denn das ist scheinbar mindestens genauso lukrativ.
Zumindest auf Ebene der Casinos kooperiert PartyPoker seit Kurzem mit dem Netzwerkbetreiber CryptoLogic, nun soll auch eine Fusion im Pokerbereich anstehen. Hierbei sei man mit einem größeren Crypto Pokerraum im Gespräch, der dann wohl von PartyPoker übernommen wird bzw. eine Zusammenarbeit auf Basis der neuen Lizenzvergabe bei Party Gaming durchgeführt wird. So inaktiv Party die letzten Jahre nach dem UIGEA war, so aggressiv scheinen Sie seit der Amtsübernahme von CEO Jim Ryan zu versuchen den Rückstand wieder wett zu machen.