Sam Riley ist auf die Idee gekommen aus Poker irgendwie ein Geschicklichkeitsspiel zu machen um es legal anbieten zu können. Dieser Versucht ist nicht neu. Man erinnert sich an Duplicate Poker, ein Raum, der allerdings schon den Betrieb eingestellt hat. Dieser versuchte ebenfalls eine legale Pokerversion anzubieten. Für viele Poker Affiliates war Duplicate Poker ein guter Raum, da man ihn legal vermarkten konnte und sogar ein kleiner No Deposit Bonus angeboten wurde.

Was auch immer mit Duplicate Poker geschehen ist, Riley möchte mit der eigens kreierten Poker Variante Kandu einen neuen Anlauf starten. Hierbei soll es sich um normales Texas Hold’em oder Omaha Poker handeln, wobei die unterste Karte immer sichtbar ist und das Deck für wenige Sekunden aufgedeckt wird. Er glaubt damit den Glücksfaktor so zu minimieren, dass es als Geschicklichkeitsspiel gewertet wird.

Eine Kommission prüft dies derzeit und wenn Kandu nicht als Glücksspiel definiert wird, steht sicherlich bald der nächste legale Pokerraum im Netz. Vermutlich fällt bis dahin aber ohnehin der UIGEA…

Die beiden Branchen sind sehr ähnlich und gehen Hand in Hand. Das liegt vor allem daran, dass eine gewisse Fluktuation besteht: Pokerspieler versinken mal gerne am Black Jack Tisch und eingefleischte Casinospieler, die sonst immer dem einarmigen Banditen die Hand drücken, versuchen sich mal an einem Pokertisch. Doch konsequenterweise trennen sich Poker Affiliates von den Casino Affiliates und gehen eigene Wege. Pokeraffiliates trumpfen mit strategischem Content, News und Reviews auf und vermarkten Poker als Geschicklichkeitsspiel mit dem sich ganz einfach, ganz viel Geld machen lässt. Casinoaffiliates hingegen müssen sich meist auf Reviews und Spielregeln beschränken und können das Spiel in einem Casino nicht als Geschlicklichkeitsspiel vermarkten.

Dies führt schon einmal zu einer Einschränkung und einer Begrenzung im Wettbewerb. Denn während ich bei Poker eine Seite für Seven Card Stud, oder nur für Pokernews aufbauen kann, habe ich im Casinobereich weit weniger Nischen.

Der allgemeine Wettbewerb ist beim Pokern allerdings höher, denn es gibt wesentlich mehr Poker begeisterte, die sich als Pokeraffiliates versuchen, als Casinospieler, die Casino Affiliate werden.

Von der Sicht des Profits kann man keinen direkten Vergleich ziehen. Zwar bringt ein durchschnittlicher Casinospieler mehr als ein Pokerspieler, aber das heißt noch nicht, dass dies im Segment des Affiliates auch so sein wird. Angenommen ein Pokeraffiliate führt eine Seite über Freerolls. Dann zieht er hiermit im Grunde nur schwache Spieler an und ein Real Money Player wird ihm extrem wenig einbringen. Führt er aber eine HORSE Seite, so ist die Zielgruppe deutlich gehobener (wer, außer erfahrene Spieler interessiert sich für diese Variante?) und ein Real Money Player kann einen Casino Spieler weit übertrumpfen.

Am besten ist es ohnehin sich ein Portfolio an Seiten aufzubauen und nicht nur auf ein Pferd zu setzen. Wenn man also die Möglichkeit hat auch eine Casino Seite ins Leben zu rufen, sollte man diese nutzen.

Ein großer Vorteil, den Poker Affiliates haben ist allerdings, dass Poker mit positivem Erwartungswert gespielt werden kann und ein Spieler sogar ohne eigene Einzahlung extrem viel Rake produzieren kann, wenn er sich nach oben spielt. Bei Casinospielern ist das nicht der Fall, hier muss immer Gled nachgepumpt werden.

Duplicate Poker versuchte sich mit einer speziellen Pokervariante am Markt durchzusetzen. Es wurden an allen Tischen die gleichen Karten verteilt, was diese Variante als Geschicklichkeitsspiel eingestuft hat und damit sogar in den USA legal war. Eingefleischte Onlinespieler belächelten diese Version und kamen nicht auf die Idee nur aufgrund der Legalität auf Duplicate Poker zu spielen. Jetzt ist erstmal auch der Ofen aus. Zwar haben sich 250.000 Spieler registriert, aber das reicht anscheinend nicht. Grund sei die angespannte Wirtschaftslage, aber die wirklichen Gründe kann sich eigentlich jeder selbst denken… Traurig, dass Innovation nicht immer belohnt wird. Viel Kapital wurde sicherlich auch in den Sand gesetzt. Für Poker Affiliates heißt das nicht viel, denn nur wenige haben Duplicate Poker wirklich beworben.

Nach dem von der UIGEA verursachten Schock in der Pokerindustrie, keimt schön langsam wieder Hoffnung auf. Die einen vertrauen auf den Regierungswechsel. Sowohl Obama, als auch McCain sind in den Augen der Poker Players Association nicht die schlechtesten Hoffnungsträger. Nun legt aber Menendez einen Gesetzesentwurf zur Regulierung von Online Geschicklichkeitsspielen vor. Er scheint im allgemeinen der Auffassung zu sein, dass Poker und auch diverse andere Spieler durch Geschick und nicht durch Glück gewonnen werden können.

Doch ideal wäre eine Definition als Geschicklichkeitsspiel ebenfalls nicht. Die ganze Glücksspielindustrie lebt vom Selbstbetrug. Weiß der Großteil der Freizeit-Pokerspieler, dass sie ausgenommen werden können, wird es für sie weniger attraktiv. Oder wo liegt der Reiz als Zocker mit einem Profi eine Partie Schach um Geld zu spielen?

Fakt ist aber, dass die jetzige Situation mehr oder weniger der Worst Case für Pokeraffiliates ist. Wichtig ist, dass der größte Pokermarkt wieder geöffnet wird. Alles andere ist erst einmal Nebensache.

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