Poker-Spieler und -Affiliates wählen die FDP

Ok, der Titel ist eher polemisch, aber in Zeiten des Wahlkampfes ist das auch mal angebracht. Und derzeit zeigt sich, dass die FDP die Interessen der Pokerspieler und -Affiliates am ehesten vertreten wird. Denn das kürzliche Urteil des EuGH, das eine Klage von Bwin gegen das Portugiesische Glücksspielmonopol abwies ist laut der Meinung der FDP-Bundestagsfraktion nicht mit dem EU Recht vereinbar. Es müsse dringend für eine einheitliche Regelung und eine Neuregulierung des Online Glücksspielmarktes gesorgt werden.

„Das Urteil des EuGH ist ein Schritt in die falsche Richtung. Der EuGH stärkt den nationalen Monopolen den Rücken. Die Begründung des Gerichts, dass „die Beschränkungen der Dienstleistungsfreiheit aus zwingenden Gründen des Allgemeininteresses gerechtfertigt werden können“, ist pure Augenwischerei. Niemand kann bisher glasklar definieren, welche Voraussetzungen konkret erfüllt sein müssen, damit sich Beschränkungen für Wettanbieter durch die Politik rechtfertigen lassen.“ So der Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Detleff Parr.

Ich für meinen Teil habe das Kreuz bereits bei der FDP gemacht. Ob ihr das auch tun werdet bleibt euch überlassen. Fest steht, dass eigentlich nur die FDP in dieser Richtung etwas leisten kann. Die CDU ist zu konservativ, genauso wie die SPD und Gründe beschäftigen sich eher mit Kernkraft und die Linke mit nicht realisierbaren Mindestlöhnen…

In Düsseldorf geht’s rund

In Düsseldorf haben Polizei und Ordnungsamt vier illegale Wett- und Roulettehallen geschlossen sowie in 18 Lokalen verbotene Automaten gesperrt. Das geht ja nun schon seit einigen Monaten so und die Ordnungshüter hoffen, mit ihren Aktionen die Spieler-Szene, besonders in Friedrichstadt, zu verunsichern.

So befand sich etwa in einer angeblichen Karaoke-Bar die Haupteinnahme im Keller. Dort nämlich wurde an Poker- und Roulettetischen gezockt, was das Zeug hielt. Nachdem die Polizei dies spitzkriegte, wurde nach einer Razzia der komplette Betrieb geschlossen – die Karaoke-Bar, die wohl eher als Tarnung diente, gleich mit.

Sogar um die Faschingszeit, wo die Polizei eigentlich anderes zu tun hat, wurden mehrere Lokale auf verbotenen Alkoholausschank oder eben illegales Glücksspiel hin untersucht. Recht dreist hielten es die Betreiber zweier Wettbüros, die erst gar keine Genehmigungen beantragten, die Lokale also einfach eröffneten, und zudem noch verbotene Automaten in ihren Lokalen betrieben. Man kann es ja mal versuchen – vielleicht kommt man damit durch. Na, wenn das nicht naiv ist, was dann. Zumal für diese Lokale und deren illegalen Angebote auch noch offen geworben wurde.

Im Deckmantel eines Vereines wurde in weiteren Räumlichkeiten gepokert und gewürfelt. Hier war die Staatsgewalt weniger erfolgreich, da sich kein Geld auf den Tischen befand. In diesem Fall ist das Ganze nicht ungesetzlich und es gab lediglich ein paar Anzeigen.

In erster Linie geht es in Düsseldorf darum, aufkommende Bandenkriege im Keim zu ersticken. Wenn man bedenkt, dass im Bereich Schwarzarbeit bzw. Betäubungsmittel wesentlich mehr zu holen ist. Dennoch ist man davon überzeugt, dass man das Glücksspiel im Anfangsstadium bekämpfen muss, bevor es zur echten Plage wird. Nun ja. Wenn es sich wirklich um Glücksspiel handelt, bei dem die Spieler ‚abgezogen’ werden, kann ich das nachvollziehen. Was hat das Ganze aber mit dem Pokersport zu tun?

Atlantic City und die Finanzkrise

Jetzt bekommt auch das Spielerparadies Atlantic City die Konsequenzen der Wirtschaftskrise voll zu spüren. Nachdem die Kasinos bereits letztes Jahr einen Rückgang zu verzeichnen hatten, ist dieser Trend im aktuellen Jahr weiterhin zu verzeichnen – die Umsätze sind weiter zurückgegangen. Bevor gezockt wird, gibt man das Geld doch lieber für das tägliche Brot aus.
Das Glücksspiel im Staat New Jersey ist seit 1976 erlaubt. Und seit diesem Zeitpunkt gingen die Gewinne stetig nach oben. Erstmals 2007 sanken die Einnahmen der Kasinos um 5,7 %. Ende 2008 fielen diese dann um weitere knappe 7 % auf 4,2 Milliarden Dollar Minus. Dementsprechend kamen natürlich auch deutlich weniger Besucher in die Kasinos.
Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hat sich die Anzahl der Spieltische halbiert und laut eines Insiders kamen etwa 25 % weniger Spieler nach Atlantic City.
Auch in Las Vegas ist ein stetiger Rückgang zu verzeichnen. Im Oktober 2008 etwa lagen die Umsätze 26 % unter denen des Vorjahrs. Nun bemühen sich große Kasinos bereits um günstige Kredite bzw. Unterstützung vom Staat, um nicht eventuell schließen zu müssen. Und das in der bekanntesten Spielerstadt der Welt…
Analysten erwarten eine Besserung frühestens für 2010. Sollten die Kapitalmärkte weiterhin schwächeln und die Arbeitslosigkeit ansteigen, werden wohl noch weniger Menschen den Kasinos einen Besuch abstatten. Man muss bedenken, dass sowohl in Atlantic City wie auch in Las Vegas die gesamte Konjunktur auf diesen Sektor ausgerichtet ist. Beschäftigte im Gastronomie-, Hotel- und Dealerbereich machen einen Großteil der Arbeitsplätze aus. Bereits jetzt mussten mehrere hundert Leute entlassen werden. Ebenso muss der Staat mit erheblichen Steuerverlusten rechnen. Man ist bereits damit beschäftigt, erste Schritte einzuleiten. Wo und wie diese jedoch aussehen werden, darüber ist man sich noch nicht einig. Wie auch viele andere Spielbegeisterte hoffen wir auf eine baldige Besserung!

Holland und das Glücksspiel

In Holland hatte man ja alle Online-Glücksspiel-Provider gebeten, niederländische Staatsbürger zu blocken, um diese an der Teilnahme zu hindern. Dass dies von den entsprechenden Unternehmen nicht wirklich so umgesetzt wurde, bis auf wenige Ausnahmen, war anzunehmen. Darauf kündigte der Justizminister des Landes an, er wolle eben diese ‚unbelehrbaren’ Online-Anbieter strafrechtlich verfolgen.
Um das Ganze noch ein wenig zu verschärfen, wurde jetzt die Steuerbehörde damit beauftragt, die Onlinespieler mit Steuern auf deren Internet-Gewinne zu belegen. So haben holländische Spieler in den letzten Tag verstärkt Post vom Finanzamt erhalten, in der sie aufgefordert wurden, ihr nicht angegebenes Einkommen zu offenbaren und dieses zu versteuern. Wahrscheinlich gelang es der zuständigen Behörde, über die Nicks der verschiedenen Spieler an deren Adressen zu gelangen.
Dieser Schritt trifft nicht nur die in Holland ansässigen Spieler, sondern auch jene, die im Ausland auf der Holland Casino Seite spielen. Auch diesen flatterte ein Schreiben ins Haus, in dem Sie aufgefordert werden, ihre Gewinne nachträglich zu versteuern.
Im September 2008 hatte Holland ein neues Glücksspiel-Steuergesetz verabschiedet, dass vor allem die Onlinesparte im Visier hatte. Da dies niemanden so richtig zu interessieren schien, werden jetzt härtere Geschütze aufgefahren. Bleibt also nur die Frage, wie die Behörden an die Nicks der User kamen. Wobei ich mir wiedermal die Frage stelle, wie sicher unsere Daten eigentlich sind und ob wirklich jeder Mensch käuflich ist…

Weiteres Unikum aus der Glücksszene

Vielleicht hat der eine oder andere bereits davon gehört: In Bayern wollte ein Mann sein Haus verkaufen. Um dies ein wenig ‚interessanter’ zu gestalten und wahrscheinlich ein wenig mehr Geld herauszuschlagen, wurde im Internet eine Verlosung angestrebt. Es wurden 48.000 Lose zu je 19 Euro angeboten (das entspräche einem Gewinn in Höhe von etwa 912.000 Euro). Dem Gewinner würde das Haus dann zugesprochen. Keine schlechte Idee, wenn da nicht die Regierung wäre. Diese untersagte nämlich die Internetverlosung, da es sich hierbei eindeutig um ein ‚Glücksspiel’ handele, und diese im Onlinebereich bekanntlich verboten sind.

Nun. Ich kenne hunderte Seiten bzw. Portale, die Verlosungen anbieten. Und noch nie wurde ein derartiges Gewese darum gemacht. Die Anwältin des Betroffenen argumentierte zu dem Vorwurf mit einer uns allen bekannten Aussage: Entscheidend für den Gewinn oder Verlust des Spiels nach Paragraf 3 Glücksspielstaatsvertrag sei hier nicht der Zufall, sondern das Geschick der Teilnehmer, also Wissen, Allgemeinbildung, Auffassungsgabe und Reaktionsfähigkeit.

So sehe das Gewinnspiel ein Quizturnier mit mehreren Durchgängen vor, bei dem im K.O.-Verfahren aus den geplanten 48.000 Teilnehmern 100 Quiz-Sieger ermittelt werden. Unter diesen würden dann unter notarieller Aufsicht 100 Preise verlost, von denen das Haus der Hauptpreis sei. Maßgeblich für die Entscheidung über Gewinn oder Verlust sei also allein das Abschneiden bei dem Quiz-Turnier.

Verschärfend kommt hinzu, dass der Beklagte bereits seit Oktober 2008 versuchte, eine rechtliche Klärung bei den Behörden herbeizuführen, diese aber nicht sonderlich an der Geschichte interessiert schienen. Erst jetzt, wo das öffentliche Interesse für diesen Fall wächst, kommen die Beamten plötzlich aus ihren Löchern.

In Österreich wurde bereits ein Haus auf dem Wege der Verlosung an den Mann gebracht. Derzeit findet eine solche Verlosung auf Mallorca statt. Leider entscheiden die verschiedenen Länder noch immer unabhängig voneinander über das Glücksspielrecht und dessen Einschränkungen. Ich würde mich wesentlich wohler fühlen, wenn man nicht ständig bevormundet werden und man endlich Klarheit in diesem Bereich schaffen würde. Jetzt mal im Ernst: Wenn wir auf dem Rummel Lose für 100 Euro kaufen, interessiert das kein Schwein. Wenn wir aber im Internet an einer Hausverlosung teilnehmen möchten und dafür 19 Euro bezahlen, soll das illegal sein? Wo liegt da der tiefere Sinn?

Domainstreik in Kentucky geschlichtet

Wie wir bereits berichteten, hat im letzten Jahr ein Richter im US-Bundesstaat Kentucky angedroht, 141 Domains, die sich mit dem Glücksspiel befassen (darunter eben auch Onlinepokerportale), per Urteilsspruch zu beschlagnahmen, sollten diese weiterhin in Kentucky erreichbar sein. Dieser Aufforderung sind einige Plattformen, darunter auch recht grosse, nachgekommen und haben deren kentuckische Nutzer per IP-Bann den Zugang zu deren Seiten verwehrt.
Nicht alle Anbieter fügten sich dieser Drohung und legten Berufung beim obersten Bundesgerichtshof ein. Dieser Gerichtshof hat jetzt zugunsten der Domaininhaber entschieden und das Urteil aus Kentucky aufgehoben. Laut Aussagen der Bundesrichter kann eine Domain nach geltendem Gesetz in diesem Fall nicht beschlagnahmt werden. In seinem Urteil hat der Richter aus Kentucky sich nämlich auf die Beschlagnahme illegaler Glücksspielgeräte bezogen und somit die Onlineanbieter diesen gleichgesetzt. Und eben dies sei nicht möglich.
Da atmet die Pokergemeinde auf. Man stelle sich nur vor, dieses Urteil wäre durchgekommen. Wie viele andere Bundesstaaten wären auf den Zug aufgesprungen und hätten, zum Wohle der Menschheit, ähnliche Urteile gefällt. Somit hat die Vernunft wohl wieder gesiegt. Wir können dies jedenfalls nur begrüssen und hoffen auf weitere Lockerungen im Glücksspiel- Pokerbereich.

Tödliche Pokerpartie

Jetzt kommt’s richtig hart. Nicht nur, dass Pokern ein Glücksspiel, illegal und sowieso verrucht ist. Nun musste auch noch ein Spieler daran glauben. So geschehen in Korea.

Dort hat nämlich ein 43 Jähriger seinen Freund nach einer Partie Poker kaltblütig ermordet. Das Schlimme dabei ist, dass sich die Beiden bereits seit über 20 Jahren kannten. Zu dem Vorfall kam es, als der mutmaßliche Täter insgesamt 50.000 Won (umgerechnet etwa 27 Euro) verlor. Diese Summe resultierte aus den Ergebnissen einiger Partien mit ziemlich kleinen Einsätzen. Kim, der wohl ‚auf Tilt’ war, wollte dies anscheinend nicht wahrhaben und erschlug seinen Freund mit einem stumpfen Gegenstand.

Na. Da werden die Gegner des Pokersports ja wieder was zum Herumwettern haben. ‚Wir haben es doch immer gesagt, Poker verdirbt den Charakter’ usw. Blablabla. Jetzt mal im Ernst. Wer einen anderen Menschen tötet, aus welchem Anlass auch immer, mit dem stimmt doch irgendetwas nicht. Das Ganze erinnert mich stark an die Thematik Computerspiele und Amoklauf. Ich muss gestehen, dass auch ich gerne mal im Netzwerk Counterstrike und Unreal zocke. Würde ich deshalb mit einer Knarre in einen Zeitungsladen rennen und wahllos um mich schießen? Ich denke nicht…

Österreichische Glücksspielnovelle 2008

Was wir seit 2 Monaten befürchten, dürfte bald traurige Realität werden. Seit 4. Dezember ist die Begutachtungsfrist für den Ministerialentwurf vorbei und die neue Gesetzesvorlage in seiner ganzen Form einsehbar. Und sollte dieser Entwurf in dieser Form tatsächlich Gültigkeit bekommen, dann stehen große Einschnitte für den österreichischen Pokerspieler und für alle Affiliates an. Nachdem in diesem Gesetzesentwurf Poker eindeutig als Glückspiel definiert wird, wird jedes Werben für einen ausländischen Pokerroom zum illegalen Unterfangen. Deswegen ist auch vorgesehen, dass die österreichischen Banken Ein und Auszahlungen zu den Pokerrooms versagen oder zumindest mitprotokollieren, was genau so schlimm wäre für den Affiliate. Ob die Banken dies dann auch machen steht in den Sternen. Immerhin würden sie dadurch auch hohe Summen verlieren, alleine schon durch die verlorenen Spesen für Überweisungsaufträge selbst. Natürlich bleibt dem Pokerspieler und den Affiliate natürlich noch die Option den Zahlungsverkehr über Internetdienste wie Neteller oder Moneybookers durchzuführen, aber eines steht dennoch eindeutig fest: Mit einer .at Domain begibt man sich zukünftig auf dünnes Eis, wenn man für Pokerrooms und Onlinecasinos wirbt.

Hessisches Innenministerium fordert Sperrung von Glücksspielseiten

Nachdem die Diskussionen um eine Sperrung der Kinderpornos im Internet erneut aufgeflammt sind, möchte Hessen nun womöglich auch Glücksspielseiten sperren lassen. Die Provider fürchten um ihre Zukunft.

Zwar handelt es sich hierbei zunächst lediglich um Lottorieanbieter, dennoch könnte das Ganze auch für Online-Pokerräume durchaus interessant werden. Fünf der größten Zugangs-Provider Deutschland trafen sich im hessischen Innenministerium mit Verantwortlichen der Politik, um über dieses heikle Thema zu diskutieren. Es geht darum, vorerst auf freiwilliger Basis, zukünftig die Webseiten ausländischer Glücksspielanbieter zu sperren.

Nachdem die Bundesfamilienministerin unlängst eine Gesetzgebungsinitiative angekündigt hat, die Provider verpflichtet, Webseiten mit kinderpornografischen Inhalten für deutsche Kunden zu sperren, befürchtet sie nun, dass durch eventuelle Trittbrettfahrer die Glaubwürdigkeit ihrer Initiative ins Wanken gerät. Aus diesem Grund dementierte die Ministerin auch die eventuelle Sperrung weiterer Webseiten.

Noch sind aus dem Innenministerium keine Einzelheiten über die Gespräche bekannt geworden. Es wurde lediglich ein ‚Treffen auf Fachebene’ bestätigt. Im Gegensatz dazu hielten sich die Provider weniger zurück und teilten mit, dass die Pläne schon weit vorangeschritten sind. So sei etwa geplant, etwa 25 Webseiten auf DNS (Domain Name Server)-Ebene zu sperren. Wann immer ein User eine dieser Seiten aufruft, soll er in Zukunft eine Fehlermeldung erhalten.

Grundlage für die Pläne ist der neue Glücksspielvertrag, der Anfang 2008 in Kraft trat. Zum Glück übt inzwischen jedoch die EU enormen Druck auf die deutsche Regierung aus und verlangt von dieser, auch europäischen Internet-Anbietern eine entsprechende Lizenz zu erteilen. Viele Provider haben seit Längerem ihren Sitz ins Ausland verlegt, etwa nach Gibraltar, von wo aus sie ungestraft agieren können. Und eben diesen Unternehmen soll nun der Saft abgedreht werden. Ein Mitarbeiter eines großen deutschen Providers meinte hierzu, dass er ein solches Vorgehen für rechtlich fragwürdig und technisch nicht wirksam halte. Wenn ein Kunde des Providers auf dessen Server illegale Inhalte verbreite, würden diese sofort gelöscht. Ausländische Seiten für deutsche Kunden zur sperren, wäre jedoch viel zu umständlich. Zudem gibt es einfache Mittel, eine solche Sperrung zu umgehen. Die großen Provider sehen sich außerdem nicht in der Rolle eines Zensors.

Eine weitere Befürchtung eventueller Sperren besteht natürlich darin, dass immer mehr Branchen nachziehen könnten. Denken wir nur mal an die vielen Tauschbörsen, die aus dem Ausland betrieben werden. Auch hier verlangt die Musik- und Filmindustrie schon seit Langem entsprechende Schritte. Dennoch sei an dieser Stelle erwähnt, dass ein dänisches Gericht in ihrem Land die Sperre für ein schwedisches Filesharing-Portal angeordnet habe. Leider zeigte dies jedoch nicht die gewünschte Wirkung und über das Portal wird nach wie vor heruntergesaugt, was das Zeug hält.

Im Falle einer eventuellen Sperrung der Glücksspielseiten befürchten die Provider, dass sie in Zukunft tausende und abertausende Seiten sperren müssten. Nicht nur, dass die Provider damit an die Grenzen ihrer technischen Möglichkeiten stoßen würden. Es könnte durchaus passieren, dass viele legale Seiten unter diesen Maßnahmen leiden und Widerspruch einlegen müssten. Es könnte zu einer Flut von Klagen und Beschwerden kommen.

Wo sollen hier die Grenzen gezogen werden. Das BKA etwa verlangt dringend die Sperrung antisemitischer Seiten. Was ist mit den Seiten, auf denen Baupläne für Atombomben veröffentlicht werden? Was sollte mit den Seiten geschehen, die nationalsozialistische Inhalte propagieren? Sollte die Politik tatsächlich beabsichtigen, all diese Seiten zu sperren, was bliebe dann noch übrig. Ein zerstückeltes vom Staat kontrolliertes Internet – wie etwa in China. Natürlich ist es schrecklich, wenn Kinderpornografie über das Internet verbreitet wird und man sollte die Personen, die dahinter stecken, allesamt nach Sibirien schicken. Dennoch halte ich nicht viel von einer Zensur des WWW. Wer wie ich, solche Dinge verabscheut, der meidet entsprechende Seiten. Wer auf der Suche nach Kontakten ist, findet diese so oder so – ob nun über das Internet oder auf andere Art und Weise.

Kandu – neue Pokervariante und kein Glücksspiel?

Sam Riley ist auf die Idee gekommen aus Poker irgendwie ein Geschicklichkeitsspiel zu machen um es legal anbieten zu können. Dieser Versucht ist nicht neu. Man erinnert sich an Duplicate Poker, ein Raum, der allerdings schon den Betrieb eingestellt hat. Dieser versuchte ebenfalls eine legale Pokerversion anzubieten. Für viele Poker Affiliates war Duplicate Poker ein guter Raum, da man ihn legal vermarkten konnte und sogar ein kleiner No Deposit Bonus angeboten wurde.

Was auch immer mit Duplicate Poker geschehen ist, Riley möchte mit der eigens kreierten Poker Variante Kandu einen neuen Anlauf starten. Hierbei soll es sich um normales Texas Hold’em oder Omaha Poker handeln, wobei die unterste Karte immer sichtbar ist und das Deck für wenige Sekunden aufgedeckt wird. Er glaubt damit den Glücksfaktor so zu minimieren, dass es als Geschicklichkeitsspiel gewertet wird.

Eine Kommission prüft dies derzeit und wenn Kandu nicht als Glücksspiel definiert wird, steht sicherlich bald der nächste legale Pokerraum im Netz. Vermutlich fällt bis dahin aber ohnehin der UIGEA…