Es ist ja kein Geheimnis, dass die meisten Poker Affiliate Manager unfähig sind. Das ist auch wirklich nichts neues. Aber manchmal fragt man sich ob es sein kann, dass man sich als Poker Affiliate damit herumquälen muss und das nicht zu knapp. So war ich heute in einer exemplarischen Situation.

Eine Affiliate Managerin aus Costa Rica (vielleicht ein erstes Zeichen?) schreibt eine Email wegen einer Rakebackseite. Klar: sie möchte dass ich den Raum bewerbe. Soweit so gut, man kann es sich ja einmal anhören. Es ging um einen recht neuen Raum aus dem hierzulande mehr als unbekannten Merge Netzwerk. Merge kommt aus Australien und ist vor allem wegen US-freundlicher Politik über den Staaten bekannt. Das Netzwerk ist aber sehr klein und demzufolge sind die Conversions auch ziemlich schwach. Aber wenigstens arbeite ich auf dieser Seite mit keinem Merge Skin was schonmal für einen Versuch spricht.

Dann scheiterte das ganze schon an einer einfachen Frage wie es mit den 45 % Revenue Share aussieht und ob die durch ihre eigene Politik oder Netzwerk weite Politik seitens Merge festgelegt wird. Das war der guten Dame anscheinend zu kompliziert. Ok, nächste Frage. Dazu kam es aber nicht mehr weil mir dann eine Frage gestellt wurde, die so einige Affiliate Manager scheinbar vor dem Schlafen gehen noch 100 mal aussagen: “Was denkst du denn wieviele Real Money Player du im Monat bringen kannst?”

Stop! Bei dieser Frage merkt man eigentlich schon, dass der Affiliate Manager so ziemlich nichts von diesem Geschäft besteht. Denn erstens habe ich erwähnt dass ich noch nicht mit Merge gearbeitet habe, woher soll ich also wissen wie ein 30 % Rakeback bei Merge-Angebot ankommt und wie die Conversions aussehen? Sie meinte die Conversions wären gut (das sagt jeder Raum…). Zweitens weiß ich noch viel weniger wie Marke des Skins ankommt. Vielleicht sind die Conversions bei Merge eigentlich gut, aber bei Skin XY total schlecht? Oder umgekehrt? Wer weiß? Oder vielleicht ist das Angebot so gut, dass ich es gerne pushe oder versuche Spieler von anderen Räumen abzuziehen um mehr zu verdienen? Aber woher soll ich das wissen wenn das Angebot davon abhängt “wieviele neue Deposits ich bringen kann”? Das sind jetzt schon eine ganze Menge Fragen und man sieht recht schnell wie sinnlos eine solche Frage ist.

Das habe ich auch offen und ehrlich gesagt und sie wollte dort einen Banner haben wo im Moment ein anderer ist. Ich habe gesagt dass dies ein Branding Deal ist und ich von Bannern hinsichtlich Conversions nicht viel halte. Gerade im Rakebackbereich lässt sich kein Spieler von blinkenden Bannern locken. Ein einfacher Artikel mit Beschreibung zum Angebot und einem sichtbaren Textlink hat eine wesentlich bessere Click Through Rate als ein noch so blinkender Banner. Das einzige was ich auf die Aussage, dass ich von Bannern nichts halte hören durfte war “ARE YOU SERIOUS???”. Ganz so als hätte ich behauptet die Erde sei eine Scheibe.

Naja, nun war die Sache eigentlich gegessen vor allem weil ihre nächste Frage war wie lange ich schon in diesem Geschäft sei. Meine Gegenfrage war “was erwartest du wieviele Affiliates du für dich gewinnen kannst wenn du ihre Kompetenz in Frage stellst?”. Darauf kam leider erstmal nichts und auch meine zweite Frage ob sie jemals eine Minute als Affiliate gearbeitet hätte wurde nicht beantwortet. Es folgte nur ein nettes auf Wiedersehen und die konsequente Löschung aus der Kontaktliste…

Die Moral von der Geschichte ist einfach: Es ist sehr anstrengend mit unfähigen Affiliate Managern zu arbeiten. Meist ist es sogar unmöglich! Die Gambling Branche sollte nun wirklich aus den Kinderschuhen raus sein, aber sie ist es nicht. Wenn Kundensupport und Affiliate Management immernoch nicht an erster Stelle steht, läuft etwas falsch. Wir als Affiliates sind für einen großen Teil des Umsatzes verantwortlich und helfen Pokerrooms beim Branding. Und dann wird man teilweise behandelt wie ein Staubsaugerverkäufer. Viele haben noch nicht einmal begriffen dass SIE es sind die etwas verkaufen wollen und nicht umgekehrt.

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Als Poker Affiliate möchte man natürlich soviele Spieler wie möglich sammeln. Hierzu gibt es zwar dutzende Möglichkeiten, aber viele glauben es auf die „bequeme“ Art zu versuchen und alles zuzuspammen. Man kann dies auch als kurzsichtige und dumme Marketingmethode bezeichnen…

Forenspam

Besonders beliebt sind Themenrelevante Foren. Man meldet sich schnell an, setzt seine Tracking Link in jeden Thread und fügt noch einen kurzen Kommentar hinzu wie: „Hey, schaut euch mal das an, dort gibt es einen 100 % Bonus!!!“. Zwar wird die Forenpolizei darauf schnell aufmerksam, aber das weiß der Spammer auch und trotzdem missbraucht er Diskussionsforen hierfür. In der Hoffnung, dass sich die Links ein paar Stunden halten und der ein oder andere draufklickt. Ich glaube kaum, dass erwähnt werden muss, dass die Wahrscheinlichkeit hierfür etwa gegen null geht. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die Onlineräume diese Methode strikt ablehnen, weil es für sie wegen der geringen Klicks keinen Nutzen hat, aber nur einen Imageschaden darstellt wenn der Raum durch diese billige Spammethode beworben wird.

Blogspam

Im Zuge des Web2.0 haben sich die Blogs schlagartig verbreitet. Hier geht es hauptsächlich darum sich selbst darzustellen. Dieser Trend macht auch vor Pokerspielern nicht halt. In der Welt der Blogs gibt es zwei Wege zu spammen: Einmal, ähnlich wie beim Forenspam durch gezielte Kommentare zu themenrelevanten Blogeinträgen und zum zweiten durch die Führung eines Blog selbst. Während die erste Methode nicht weniger verwerflich ist wie der Forenspam, ist letzteres durchaus in Ordnung. Wenn Sie z.B. einen Blog über Ihre Pokererfolge führen, sollten Sie als Affiliate sogar den ein oder anderen Link geschickt platzieren. Das ist auch kein Spam. Spam wird es nur, wenn der Blog keinen Content mehr darstellt, sondern mit einfachen Links übersäht wird.

Mailspam

Jeder hat schon einmal Viagra- oder Penisverlängerungsangebote im Emailpostfach gehabt und ich bin mir sehr sicher, dass Sie noch nie auf diese Angebote angesprungen sind. Was denken Sie über solche Mails und deren Versender? Ich würde diese gerne wegen Diebstahl zeitlichen Eigentums anzeigen, wenn ich könnte …
Doch überall wo es viel Geld zu holen gibt, lassen sich diese unverschämten Methoden nicht vermeiden. So gehen leider auch viele Onlinecasinos diesen Weg und spammen weltweit die Postfächer voll. Sie als einfacher Poker Affiliate sollten nicht an Millionen Emailadressen kommen und falls doch, sollten Sie sie nicht hierfür verwenden.
Marketing per Mail bzw. auch PN ist dann kein Spam wenn die Wahrscheinlichkeit besteht, dass der potentielle Kunde Interesse an diesem Angebot haben kann. Dass ein 20-jähriger Tonnen von Viagra braucht sollte mal ausgeschlossen sein.
Also wenn es Ihnen gelingt eine Datenbank mit Emailadressen von Pokerspielern aufzubauen, ist es nicht verwerflich das ein oder andere mal einen „Newsletter“ zu verschicken. Hier sollten sie aber auch immer die Möglichkeit bieten sich von diesem Newsletter abzumelden. Im Marketing -und da macht das Affiliatemarketing keine Ausnahme- können Sie nur Erfolg haben wenn Sie genau auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen und auch Abneigungen respektieren.

Botschaft entscheidend

Je kundenfreundlicher die Spambotschaft, desto weniger schlimm ist der Spam selbst. Angenommen jemand spammt ein einfaches Forum voll. Spammer A möchte den Forenusern Viagra verkaufen und Spammer B setzt einen Refer-a-Friend Link für einen No Deposit Poker Bonus. Welcher Spammer wird wohl mehr Erfolg vorweisen können? Es ist ein großer Unterschied was der Spammer zu promoten versucht. Während Spammer A wahrscheinlich genau 0 Klicks haben wird, kann Spammer B richtig guten Traffic erreichen. „Geld geschenkt“, „Free Money“, usw. sind Promotions bei der jeder schwach wird und sich das zumindest einmal ansieht.

Die Lösung

Spam ist keine Lösung und sollte strikt vermieden werden. Wenn Sie viele Emailadressen haben, spammen Sie diese nicht jeden Tag zu, sondern verschicken Sie einmal im Monat einen Newsletter mit der Option, dass sich der Empfänger auch abmelden kann.
Wenn Sie einen Blog führen -was ich nur empfehlen kann- liefern Sie guten Content für die Leser, so dass Sie ständig wiederkehrende Besucher haben und sich diese auf dem Blog wohl fühlen. Hin und wieder können Sie natürlich Ihre Links anbringen, am besten wenn diese gerade zum Thema passen.
Forenspam lohnt sich nie und bringt mehr Arbeit als Geld. Trotzdem gibt es auch in Foren gute Möglichkeiten dieses Medium für sich zu nutzen. Seien Sie in wenigen, auserwählten Foren aktiv, verfassen Sie hochwertige, gute Beiträge, stellen Sie Kontakt zu anderen Usern her – zum Beispiel per PN. Diese Kontakte können Sie jederzeit für Affiliatemarketing nutzen. In der Öffentlichkeit selbst müssen Sie sehr vorsichtig sein. Viele Foren verbieten jegliche Affiliatelinks. Halten Sie sich daran und suchen Sie einen anderen Weg. Zum Beispiel können Sie in einem Thread über Freerolls, oder No Deposit Boni einen Beitrag verfassen Sie per PN zu kontaktieren. So werden Sie einen direkten Kontakt herstellen können.

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