Boss Media versucht es nun auch mit Strafen

Was bei iPoker schon längst gang und gebe ist, wird nun auch bei Boss Media durchgeführt. Kurz gesagt ist es eine Regel, dass Spieler eines Pokerraums nicht mehr aus dem Netzwerk nehmen dürfen, als sie diesem beiführen. Denn das würde schließlich dem ganzen Netzwerk schaden.

Allerdings ist diese Regel auch schon bei iPoker sehr umstritten und geht klar am Ziel vorbei. Man sollte eigentlich Parasiten-Skins bestrafen, die sich nicht um die Vermarktung des Raumes kümmern, sondern nur Rakebackspieler locken, denn die bringen schließlich am meisten Rake.  Aber es kann nicht im Sinne des Pokerraums liegen wenn dieser ein paar gute Spieler hat und diese bitten muss woanders zu spielen, da sonst die Regel verletzt werden würde. Und eine Strafe in Höhe von drei Tagen Rake ist kein Spaß!

Unsere Meinung hierzu ist ziemlich klar: die Netzwerke haben ein Problem, das sie scheinbar nicht lösen können und versuchen dies wenigstens noch zu Geld zu machen. Denn Boss Media sollte sehen, dass iPoker mit dieser Regel die Probleme keineswegs beseitigen konnte. Sie sehen allerdings, dass iPoker mit Strafen zurzeit richtig viel Geld verdient…

PartyPoker: Fusion mit Everest?

Derzeit gehen Gerüchte in der Pokerindustrie um, die mehr als Gerüchte zu sein scheinen. Es ist auch irgendwo nachvollziehbar: Seit 2008 konsolidiert sich der Pokermarkt. Hier gibt es sowohl Gewinner als auch Verlierer, die Schere zwischen Gewinner und Verlierer wird jedoch immer größer. Das heißt, dass der Unterschied an Marktanteilen zwischen Marktführer und denjenigen mit den geringsten Marktanteilen, größer wird. Everest und Party als (bisher) eigenständige Netzwerke könnten daher mit einer Fusion extrem an Traffic zulegen und in den Bereich von Full Tilt gelangen.

Bisher scheinen es nur Überlegungen zu sein. Party Poker hat allerdings schon vor einigen Monaten angekündigt das Netzwerk zu öffnen und da bietet sich Everest als großer Lizenzpartner an. Party Poker kann damit sogar ohne den US Markt wieder auf Platz 2 rücken, kaum auszudenken wo sie stehen wenn der US Markt wieder öffnet.

Das Problem in Poker-Netzwerken

Niemand kommt heute noch auf die Idee ein komplett eigenständiges Poker-Netzwerk auf die Beine zu stellen, außer man ist wie im Falle Win2Day eingeschränkt. Möglichkeiten gibt es mittlerweile schon genug. Diese sind kostengünstiger und erfolgsversprechender (siehe Artikel: Eigener Pokerraum?).

Dennoch haben Poker-Netzwerke auch mit diversen Problemen zu kämpfen. Hierbei möchte ich gar nicht die Probleme mit den Netzwerkregeln ansprechen, die einige Partner ständig nicht korrekt einhalten. So ist es schwierig manche Netzwerk Vergehen auf kurze Sicht zu erkennen und zu verhindern. Häufig folgt erst nach etlichen Monaten eine empirische Untersuchung mit klarem Ergebnis, was meist eine Verwarnung oder gar den Ausschluss aus dem Netzwerk zur Folge hat.

Das Hauptproblem ist das Netzwerk im Gleichgewicht zu halten. Stellen Sie sich vor man hätte einen Partner, der viele Fische (= schwache Poker-Spieler) als Kunden hat, während ein anderer Partner große Mannschaften an Winning Playern hat, die deutlich mehr aus- als einzahlen. Solange der eine Partner für genügend „Frischfleisch“ oder besser gesagt „Frischfisch“ sorgt, ist das Netzwerk im Gleichgewicht. Aber wenn dies aus irgendeinem Grund nicht der Fall ist, ziehen die Winning Player nur Geld aus dem Netzwerk und sind bald alleine, ohne Beute. Dass ein Trafficverlust die Folge ist, liegt auf der Hand.

Für Netzwerke ist es eigentlich am besten wenn möglichst viele Partner möglichst viele Fische in das Netzwerk pumpen. Dann folgen mehr Einzahlungen als Auszahlungen und das Geldvolumen wird insgesamt erhöht. Andererseits haben Fische auch nicht unendlich Einkommen zur Verfügung und geben es irgendwann auf sich beim Pokern zu versuchen. Das hat zur Folge, dass ein Fisch nur eine begrenzte Zeit pokern kann, während der Winning Player im Prinzip sein ganzes Leben lang spielen kann.

Wichtig ist, dass das Poker-Netzwerk im Gleichgewicht ist, also dass die gesamten Einzahlungen über den Auszahlungen bleiben (denn irgendwo muss sich der Rake auch bemerkbar machen). Dieses Problem ist aber eher ein Luxusproblem. Poker-Netzwerke bieten sowohl für Spieler als auch für Partner große Vorteile. Hauptaufgabe des Netzwerkes ist es sich die geeigneten Partner auszusuchen um es im Gleichgewicht zu halten.

Betrug im Affiliatebereich

Beim Affiliatebetrug handelt es sich um die neueste Spielart des Klickbetrugs. Hierzu suchen sich die Betrüger einen Händler aus, der seine Produkte über verschiedene Affiliate-Netzwerke vertreibt. Daraufhin meldet sich der Bösewicht bei allen Partnerprogrammen an und baut deren Links auf seiner Seite ein. Diese Seite passt natürlich zu dem jeweiligen Thema und wird in Suchmaschinen entsprechend angemeldet. Nach einer kurzen Zeit folgen die ersten Klicks über den Affiliate-Banner und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Um dies ein wenig genauer verstehen zu können, verfolgen wir den Werdegang des Klicks ein wenig genauer:

– Der jeweilige Betreiber des Affiliateprogramms registriert den Klick.

– Der Klick setzt einen Cookie auf der Betreiberseite.

– Der Klick schreibt dem Betreiberkonto einen bestimmten Betrag gut und leitet die Bestellung an den jeweiligen Händler weiter.

Am Ende eines Monats stellt dann das Affiliate-Netzwerk dem Händler eine Rechnung über die ausgeführten Klicks aus. In eben dieser Rechnung tauchen jedoch die einzelnen Seiten nicht mehr auf. Es wird lediglich überprüft, ob die Klickzahlen plausibel erscheinen und dann die Ausschöpfungsquote ausbezahlt. Diese Quote gibt darüber Aufschluss, wie viele Bestellungen nicht storniert wurden. Und da es viel zu aufwendig wäre, eben diese Quote jeder einzelnen Seite zuzuordnen, wird sie lediglich pauschalisiert.

Zum anderen zahlt das Affiliate-Netzwerk seinem Partner den vereinbarten Betrag. Dies geschieht für jeden generierten Klick. In einem anderen Beispiel erfolgt die Bezahlung ohne Wissen darüber, ob einer Bestellung auch wirklich ein Kauf folgt.

Im Klartext bedeutet dies, dass eine Rücksprache zwischen Merchant und Affiliate-Netzwerk in den meisten Fällen nicht stattfindet. Somit weiß die Marketingabteilung oft nicht, von welcher Seite die Bestellung kam und ob diese eventuell storniert wurde.

Nun kann der Betrüger folgendermaßen vorgehen: Angenommen, der Händler bietet fünf verschiedene Partnerprogramme an. Der Betrüger meldet sich also bei all diesen Programmen an und bestellt darüber jeweils denselben Artikel (also über alle fünf Programme). Somit kann er fünfmal die Provision kassieren, da die fünf verschiedenen Programme nichts voneinander wissen. Diese geben lediglich den ‚korrekten’ Klick an den Händler weiter. Nachdem die Provisionen bezahlt wurden, macht der Betrüger von seinem Rückgaberecht Gebrauch und dies am besten noch, bevor die Ware überhaupt ausgeliefert wird. Leider bleiben diese illegalen Klicks, sollte man nicht zu gierig werden, bei der Vielzahl der korrekten Bestellungen unentdeckt.

Um sich nun als Händler vor solchen Betrügereien zu schützen, sollte dieser möglichst nur an einem Partnerprogramm teilnehmen. Auf diese Art und Weise sinkt jedoch leider auch das Umsatzpotenzial des Händlers.

Der Händler kann ein übergreifendes Controlling einschalten. So gibt es Anbieter auf dem Markt, die unter dem Motto ‚last cookie wins’ Mehrfachbestellungen ausfiltern und somit den Betrügern das Handwerk legen. Ebenfalls bieten diese Anbieter den Händlern weitere Möglichkeiten, um gegen Missbrauch vorzugehen.

Es bleibt die teuerste aber wirkungsvollste Methode, bei der die händlereigene IT-Infrastruktur in das des Affiliate-Netzwerks integriert wird. Somit kann eine Bestellung vom Klick bis zum Kauf lückenlos verfolgt und eventuelle Betrügereien aufgedeckt werden.

Wie man also sieht, ist eben auch das Affiliategeschäft nicht ohne Tücken. Und wie in fast allen anderen Bereichen, gibt es eben auch hier schwarze Schafe…