In Holland hatte man ja alle Online-Glücksspiel-Provider gebeten, niederländische Staatsbürger zu blocken, um diese an der Teilnahme zu hindern. Dass dies von den entsprechenden Unternehmen nicht wirklich so umgesetzt wurde, bis auf wenige Ausnahmen, war anzunehmen. Darauf kündigte der Justizminister des Landes an, er wolle eben diese ‚unbelehrbaren’ Online-Anbieter strafrechtlich verfolgen.
Um das Ganze noch ein wenig zu verschärfen, wurde jetzt die Steuerbehörde damit beauftragt, die Onlinespieler mit Steuern auf deren Internet-Gewinne zu belegen. So haben holländische Spieler in den letzten Tag verstärkt Post vom Finanzamt erhalten, in der sie aufgefordert wurden, ihr nicht angegebenes Einkommen zu offenbaren und dieses zu versteuern. Wahrscheinlich gelang es der zuständigen Behörde, über die Nicks der verschiedenen Spieler an deren Adressen zu gelangen.
Dieser Schritt trifft nicht nur die in Holland ansässigen Spieler, sondern auch jene, die im Ausland auf der Holland Casino Seite spielen. Auch diesen flatterte ein Schreiben ins Haus, in dem Sie aufgefordert werden, ihre Gewinne nachträglich zu versteuern.
Im September 2008 hatte Holland ein neues Glücksspiel-Steuergesetz verabschiedet, dass vor allem die Onlinesparte im Visier hatte. Da dies niemanden so richtig zu interessieren schien, werden jetzt härtere Geschütze aufgefahren. Bleibt also nur die Frage, wie die Behörden an die Nicks der User kamen. Wobei ich mir wiedermal die Frage stelle, wie sicher unsere Daten eigentlich sind und ob wirklich jeder Mensch käuflich ist…
Kürzlich kamen Gerüchte auf, dass verschiedenen Spielern, die bei dem zum ipoker- Netzwerk zugehörigen Titan Poker angemeldet sind, deren Bankrolls auf seltsame Weise abhanden kamen. Hierzu sei gesagt, dass es sich nicht um wirklich große Beträge handelte, denn die betroffenen Spieler tummelten sich eher im Microlimit-Bereich.
Das Seltsame an der ganzen Geschichte ist allerdings, dass eben dieses Geld im Casinobereich des Netzwerks auftauchte und dort verbraten wurde. Es handelte sich hierbei aller Wahrscheinlichkeit nach um Hacker, denen es irgendwie gelungen ist, das Sicherheitssystem zu knacken und sich an besagten Konten zu bereichern. Doch wieso begnügten sich die Akteure mit Peanuts, wenn sie doch auch größere Beträge hätten abräumen können? Und wieso behielten Sie das Geld nicht, sondern verpulverten es gleich wieder im netzwerkeigenen Casinobereich?
Das alles gibt mir sehr zu denken. Noch schlimmer finde ich, dass sich Titan Poker bisher weder zu den Vorkommnissen geäußert hat noch irgendwelche Anstalten macht, für den Schaden aufzukommen. Sollte sich das Ganze nicht rasch klären, werden wohl einige der vielen deutschen User dieser Seite zu einem Konkurrenten wechseln. Nichts ist doch schlimmer, als das Vertrauen in den Anbieter zu verlieren. Und schon gar nicht, wenn es um Geld geht.
Wie gesagt verstehe ich die Vorgehensweise von Titan Poker nicht wirklich. Wenn es sich um einen Riesenbetrag handeln würde, wäre das Zögern vielleicht noch verständlich. Je länger sich der Anbieter jedoch mit der Klärung Zeit lässt, desto mehr User werden abspringen.
Die Pannen im Onlinebereich häufen sich. Es ist vielleicht an der Zeit, die Software sowie die Sicherheitslücken zu überarbeiten. Gerade in diesen schweren Zeiten müssten die Anbieter besonders darauf achten, so wenig Kunden wie möglich zu verlieren und alles dafür tun, diese zufriedenzustellen.