Wie bereits auf Poker Affiliate Biz berichtet, wird nun harte Kritik am Österreichischen Glücksspielgesetz laut – und das aus den eigenen Reihen. Die letzte Tat von Ex-Finanzminister Molterer war es die Glücksspielnovelle auf den Weg zu bringen. Sein Nachfolger rechnet der Regierung jetzt vor welche Konsequenzen und Kosten dieses Gesetz zur Folge hätte. Die ÖVP stellt sich nun also klar gegen den aus eigenen Reihen stammenden Entwurf. Ein klarer Hoffnungsschimmer für die österreichische Pokerindustrie!
Eigentlich ist es unfassbar, dass ein gescheitertes Vorbild wie der deutsche Glücksspielstaatsvertrag nun im eigentlich fortschrittlicheren Österreich verwendet wird. Denn Herr Wilhelm Molterer brachte den Vorschlag ein Poker endgültig als Glücksspiel zu definieren und damit den Weg zu ebnen um nicht nur gegen private Casinos wie die Concord Card Casinos vorzugehen, sondern auch gegen die Online-Poker Industrie. Denn diese bietet immerhin dann illegales Glücksspiel an und muss verboten werden. Dass dies in Stasimethoden wie sie zurzeit in China eingesetzt werden endet, scheint hier niemanden zu interessieren.
Klar, die Motive sind eindeutig: Die monopolen Konzessionsnehmer Casinos Austria wollen mit ihrem Win2Day Pokerraum zur Offensive rufen und der Staat erhofft sich durch dieses Verbot 150 Millionen Euro mehr Einnahmen. Ein lächerliches Unterfangen, wenn man versteht warum PokerStars und die Concord Card Casinos den Angebote von Win2Day und Casinos Austria überlegen sind. Denn dass nach einem Verbot plötzlich alle von ihren privaten Anbietern zum Win2Day Pokerraum (an dem der Staat entsprechend verdient) wechseln und von den Concord Card Casinos zu den Casinos Austrias ziehen ist reine Illusion! Im Gegenteil, sollten die Gesamtumsätze stark rückläufig sein, worunter dann auch die beiden legalen Anbieter leiden werden. Denn wer hat mit großem Werbevolumen dafür gesorgt, dass Poker populär wurde? Und wer hat dafür gesorgt, dass man mit kleinsten Einsätzen live Pokern kann? Sicherlich nicht die Monopolisten. Wenn es nur die gäbe, wäre der Pokerboom definitiv aus geblieben und niemand würde daran großartig verdienen…
Im großen und ganzen würden sich die Gesetzgeber ins eigene Fleisch schneiden. Und das einmal ganz abgesehen davon, dass die Politiker Schritte einschlagen müssten, die zwar früher im Dritten Reich oder der DDR unternommen wurden, heute aber nur noch in absolutistischen Staaten wie China üblich sind. Denn um letzendlich Online-Poker-Anbieter wie PokerStars, PartyPoker, etc. dazu zu bringen ihr Angebot einzustellen, muss man nicht nur den Zahlungsfluss stoppen, sondern auch Webseiten sperren. Bei allen technischen Möglichkeiten ohnehin ein bodenloses Unterfangen.
Politik, kann manchmal nur noch grauenhaft sein. Bleibt zu hoffen, dass die verehrten Volksvertreter rechtzeitig zur Vernunft kommen und sich auch in den USA die Lage entspannt. Denn dort hat man schon festgestellt, dass der UIGEA absoluter Unsinn war…