Playtech (iPoker) mit beeindruckender Bilanz

In den letzten Tagen wurde das Ergebnis von 2009 des israelischen Gamblingunternehmens Playtech veröffentlicht. Playtech betreibt neben einer recht bekannten Casino und Automatensoftware das Netzwerk iPoker. Die Zahlen sind durchaus beeindruckend mit einem 25 %-igen Wachstum des EBITDA, sprich die Einnahmen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

Was den Vergleich von iPoker mit der Konkurrenz angeht, sollte das Unternehmen allerdings nicht allzu zufrieden sein mit der derzeitigen Entwicklung. iPoker wurde in Sachen Traffic von Platz 3 von Party Poker verdrängt und das obwohl man Anfang/Mitte 2009 glauben konnte dass iPoker mit Full Tilt aufschließen könne. Full Tilt bleibt jedoch auf Platz 2. Auch die Probleme mit der Win/Loss Regel bei iPoker veranlasst viele Skins bereits zum Wechsel. Das sind zwei Herausforderungen die iPoker meistern muss um 2010 so erfolgreich wie 2009 zu bleiben.

PartyPoker: Fusion mit Everest?

Derzeit gehen Gerüchte in der Pokerindustrie um, die mehr als Gerüchte zu sein scheinen. Es ist auch irgendwo nachvollziehbar: Seit 2008 konsolidiert sich der Pokermarkt. Hier gibt es sowohl Gewinner als auch Verlierer, die Schere zwischen Gewinner und Verlierer wird jedoch immer größer. Das heißt, dass der Unterschied an Marktanteilen zwischen Marktführer und denjenigen mit den geringsten Marktanteilen, größer wird. Everest und Party als (bisher) eigenständige Netzwerke könnten daher mit einer Fusion extrem an Traffic zulegen und in den Bereich von Full Tilt gelangen.

Bisher scheinen es nur Überlegungen zu sein. Party Poker hat allerdings schon vor einigen Monaten angekündigt das Netzwerk zu öffnen und da bietet sich Everest als großer Lizenzpartner an. Party Poker kann damit sogar ohne den US Markt wieder auf Platz 2 rücken, kaum auszudenken wo sie stehen wenn der US Markt wieder öffnet.

Kalifornien mit Absicht Online Poker zu legalisieren

Ausgerechnet der österreichische Governeur Arnold Schwarzenegger wagt erste Schritte in Richtung Legalisierung von Online Poker! Die Hoffnungen der Poker Industrie sind groß seit Obamas Amtsantritt, aber nun scheint ihm jemand zuvor zu kommen. In Zeiten der Rezession suchen Governeure nach entsprechenden Mitteln das Haushaltsdefizit zu mindern. Online Poker scheint hierfür geeignet (ein Wunder, dass Politiker dies begreifen!).

Kalifornien scheint ein Modell ähnlich wie in Italien anzustreben und ist derzeit mit führenden Unternehmen in Gespräch. Party Poker scheidet wohl wegen der kriminellen Verwicklungen von Co-Founder Dikshit aus – das sei kein gutes Vorbild. 888.com scheint hierfür schon besser geeignet und man prüft derzeit entsprechende Optionen.

Ein klarer Punkt für den Terminator, der im Gegensatz zu den Politikern seines Heimatlandes die Zeichen der Zeit erkannt hat. Poker Affiliates können wieder hoffen und sich über eine weitere gute Nachricht freuen.

Wohin bewegt sich das Poker Affiliate Business?

Überall in der Wirtschaft ist die zukünftige Entwicklung entscheidend. Mit Prognosen versucht man diese zumindest grob vorherzusagen. Hierfür ist es aber notwendig möglichst viele Informationen zu sammeln und zu verwerten bzw. auf Erfahrungswerte und Parallelen aus anderen Branchen zurück zu greifen.

Was man seit Mitte 2008 klar sieht ist eine Konsolidierung. Dies ist auch absolut auf der Hand liegend und auch wichtig. Denn irgendwann übersteigt das Angebot die Nachfrage weil diese stagniert oder zumindest weniger rasant wächst. Und bei einem Über-Angebot muss dieses reduziert werden. Das sieht man bei vielen Pokermedien, gerade bei Zeitschriften und erst recht bei Online Pokerräumen. Die Konsolidierung in der Poker Industrie hat erst angefangen und wird noch 2, 3 Jahre andauern. Langfristig werden sich auch nur die Top-Netzwerke/Anbieter auf dem Markt durchsetzen können. Netzwerke ohne Traffic werden so lange rückläufig sein dass sie verschwinden oder übernommen werden.

Als Poker Affiliate sollte man auf das richtige Pferd setzen. Gerade große Poker Affiliates leiden stark unter einem Verschwinden oder dem Umzug einer Marke – das muss verhindert werden. Man sollte versuchen wirklich nur auf die Top 20 der Poker Seiten zu setzen, dh alle großen eigenständigen Poker Räume wie:

PokerStars, Full Tilt Poker, Party Poker, Everest Poker sowie auf die großen Netzwerke:
iPoker, Ongame, Boss Media (IPN), Entraction (24h Poker).

Doch auch hier gibt es Unterschiede. Hier eine kurze Einschätzung:
PokerStars: Sehr gut etabliert. Kann aber bei Öffnung des US Marktes einige Marktanteile verlieren.
Full Tilt Poker: Ähnlich wie PokerStars, aber mit klarem Nachteil. Full Tilt hat etliche Millionen in den deutschsprachigen Raum investiert, konnte aber nicht annähernd an PokerStars heran kommen. Scheinbar ist PokerStars der bessere Brand auf diesem Markt.
Party Poker: Ohne Zweifel kann es nur noch besser werden für Party Poker. Große Hoffnungen liegen auf der Öffnung des US Marktes, was Party wieder zu den zwei größten Seiten zählen lassen sollte. Party Poker sollte davon am meisten profitieren und Poker Stars und Full Tilt einige Marktanteile abknöpfen können. Für den deutschen Markt sieht es eher düster aus bei Party Poker. Ohne Marketingbudget für Deutschland und seriöses Affiliate Management kann man der stärker werdenden Konkurrenz nicht folgen. Eine geplante Vergabe von Lizenzen könnte Party Poker zum größten Netzwerk machen. Wann dies möglich ist, steht noch in den Sternen.
Everest Poker: Everest Poker wird wohl immer sehr solide bleiben, mit einer guten Marke für die breite Zielgruppe. Es gibt aber keinen Grund zur Annahme, dass Everest Poker mit den großen Fischen mithalten kann, zumindest sehen wir derzeit keine solche Tendenz.

Bei den Poker Netzwerken ist derzeit eine klare Linie zu erkennen:
IPoker scheint auf der Siegesspur zu sein und lässt sich in Zukunft noch gut vermarkten.
Ongame ist ein eher zwielichtiges Netzwerk. Nachdem PokerRoom und Europoker in Bwin übergehen, gibt es eigentlich abgesehen von Bwin keine gute Marke für Poker Affiliates. Und auch Bwin ist eher im Wettbereich bekannt, das Bwin Poker Affiliate Programm war bisher eine komplette Zumutung! Gerade für starke Spieler ist Ongame unattraktiv. Kein Rakeback, dafür eine derbe Rakebackstruktur (z.B. 30 Cent Fee bei einem 1 Dollar Sit’n Go!), kein gutes Multitabling möglich und im Vergleich zu iPoker eine eher schwache Software.
Boss Media ist auch nicht gerade für seine gute Software berühmt. Auch ist Boss Media vergleichsweise inaktiv. Cryptologic wird demnächst von Boss Media übernommen, es wird sich zeigen welchen Schub dies dem Netzwerk geben wird.
Entraction ist ohne Zweifel auf der richtigen Spur. Entraction bietet ein sehr solides Netzwerk mit gutem Traffic. Zudem eine exzellente und saubere Software – ideal für Vielspieler und Einsteiger. Gerade für europäische Spieler ist Entraction eine gute Wahl und lässt sich gut vermarkten. Entraction hat neben NoIQ Poker noch viele weitere Partner mit Potential zur Hand, die 2009 das Netzwerk betreten werden. Nicht umsonst nennt sich Entraction das schnellst wachsende Netzwerk.

Soweit ein kurzer Überblick zu den Poker Seiten und Netzwerken, die man als Poker Affiliate in Betracht ziehen sollte. Das heißt natürlich nicht, dass die Seiten, die nicht aufgelistet sind nicht in Frage kommen. Doch gerade in der Konsolidierung muss man auf soliden Beinen stehen. Wenn Sie nun aber einen Cryptologic Skin vermarkten, werden Sie von einem großen Umzug gebeutelt werden. In dieser Situation ist es in den aller meisten Fällen besser auf die oben genannten sicheren Seiten und Netzwerke zu setzen.

Jim Ryan: Party Pokers Strategie für die Zukunft

Jim Ryan, CEO con Party Gamings hat sich in der Financial Times zum Thema Zukunft von Party Poker geäußert. Dabei sprach er vor allem die langfristige Entwicklung an, die man betrachten muss. Es sei kein Sprint, sondern ein Marathon…

Und genau in diesem Marathon will Party Poker nicht unbedingt wieder die Nummer 1 werden, aber zumindest viele Marktanteile zurück erkämpfen und zu den fünf großen Seiten gehören, die sich langfristig deutlich vom Rest absetzen werden.

Sein Fokus liegt mehr auf der Neukunden-Akquirierung als im Cross-Selling, das zum Beispiel Pokerspieler zum Bingo spielen bewegen soll. Wobei die Produktpalette mit Casino, Wetten, Bingo, etc. bleiben soll und der Spieler die Möglichkeit hat alle Angebote über einen Account zu nutzen.

Ob sich mit Barack Obama die rechtliche Situation ändert, weiß Ryan auch nicht sicher. Er glaubt aber auf diesen Tag vorbereitet zu sein.

Auch muss man festhalten, dass der bisherige Weg von Party Gamings unter jim Ryan sehr positiv war. Neben dem Relaunch hat sich viel getan – unserer Meinung nach in die richtige Richtung.

Anurag Dikshit, Co-Gründer von Party Poker um 300 M leichter

Der Mitbegründer von Party Poker mit dem klangvollen Namen Anurag Dikshit erklärt sich damit einverstanden 300 Millionen US-Dollar abzudrücken und das wegen illegalen Wett-Aktivitäten im Internet. Anurag Dikshit zählt zu den reichsten Indern der Welt, was bei einem Anteil von 27 % an PartyGaming auch nicht allzu verwunderlich ist. Was genau hinter dem Urteil und weiteren potentiellen Urteilen hinsichtlich anderer Online-Anbieter, die noch auf dem US-Markt sind steckt, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden.