Die großen Poker Affiliates kommen häufig in die Situation, dass sie die Möglichkeit haben persönlich mit der Geschäftsführung eines Poker-Raums zusammen zu sitzen und über eine engere Kooperation zu sprechen. Hier geht es meist darum einen guten Deal und Promotions auszuhandeln. Bei PartyPoker oder PokerStars wird das wohl für niemanden der Fall sein, aber kleinere Skins lassen durchaus mit sich reden.

Doch irgendwie muss man auch bewerten können was hinter einem solchen Skin steht, wenn es sich nicht gerade um ein Börsen notiertes Unternehmen handelt, sondern um eine Ltd. auf Costa Rica. Was bringt es einen 50 % Revenue Share Deal auszuhandeln, wenn dann der Poker-Raum nach 2 Monaten insolvent ist? Diese Erfahrung hat PokerFieber.com mit Pokerlion machen müssen. Pokerlion war ein Poker-Raum aus Österreich, mit österreichischen Gründern, Investoren und Geschäftsführer. Sicherlich vertrauenswürdiger als irgendwelche mafiosen Männer aus Russland oder den Bahamas… Doch wie sich heraus gestellt hat, war die Geschäftsführung hinter Pokerlion eher auf der korrupten Seite und das ganze Projekt sollte Investorengelder “umverlagern”. Ohne hier weiter ins Detail gehen zu wollen: Der Geschäftsführer handelte mehr als fahrlässig und fuhr den Poker-Raum an die Wand.

Was sollte man also tun um so etwas zu verhindern? Eine in der Unternehmensbewertung verwendete Technik ist es unter anderem die Geschäftsführergehälter unter die Lupe zu nehmen. Je mehr sich ein Geschäftsführer aus dem Unternehmen nimmt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich eher selbst bereichern will als das Unternehmen. Wer hingegen gerade mal 1, 2 tausend Euro verdient muss irgendwo sonst den Mehrwert sehen, nämlich im Unternehmen selbst. Dieser Geschäftsführer investiert das Geld lieber in die Expansion anstatt in sich selbst oder einen neuen Ferrari als Firmenauto.

Wer als Poker Affiliate also jemals in den “Genuss” kommt mit der Chef-Etage eines Poker-Raums über eine Zusammenarbeit zu reden, sollte versuchen irgendwie herauszufinden mit welchen Gehältern hier gearbeitet wird. Wenn der Geschäftsführer gleich mit einem dicken Siebener BMW vor fährt ohne dass der Poker-Raum schon lange auf dem Markt ist und Umsätze macht, die dies rechtfertigen, ist es sehr gut möglich einen Fall wie bei Pokerlion vorliegen zu haben.

Wie eine bekanntere Rakebackseite berichtet, soll es schon diverse Zahlungsprobleme und Probleme mit der Liqudität für Rakebackspieler geben. Dies sind definitiv klare Anzeichen dafür, dass der Raum aus dem letzten Loch pfeift. Wie auch schon im Falle Pokerlion wurde von Boss Media, dem Provider zunächst der Zahlungsfluss gestoppt. Boni konnten nicht mehr gebucht werden. Ähnlich sieht es bei Walker Poker aus, nur mit dem Unterschied, dass kein renommierter Zahlungsdienstleister wie Webdollar zur Verfügung steht, der die Bankrolls der Spieler absichert. Die Rakebackseite empfiehlt seinen Spielern so schnell wie möglich alles auszubezahlen und kündigt weitere Infos an.

Vor gut einem Jahr entstand in Österreich ein Boss Media Skin namens Pokerlion. Einige Monate wurde von der Geschäftsführung Mist gebaut und offensichtliche Fehlinvestitionen getätigt. Als dann ein geschätzter Kollege als Marketing- und Affiliate Manager eingesetzt wurde und das gesmate operative Geschäft übernahm, hatte man ein gutes Gefühl. Wir haben für PokerFieber und die Pokerschule ein größeres Paket geschnürt: 25 Euro No Deposit Bonus nach Bestehen eines Pokerquiz, 1500 Euro als Preise in der PokerFieber MiniChallenge und Freerolls. Es lief für beide Seiten gut und die Ausgaben rechneten sich auch für Pokerlion recht schnell.

Doch paar Monate später fingen schon die Probleme an und es folgte eine Schlammschlacht hinter den Kulissen. Letzendlich gab es Probleme mit der Lizenz, die “neuerdings” von der maltesischen Regierung gefordert wird. Das heißt, dass alle Boss Media Skins eine solche Malta-Lizenz haben müssen. Am 1.9.08 war der Stichtag und Pokerlion hatte keine… Daher wird Pokerlion den Betrieb bis Mitte Oktober einstellen. Allen Spielern wird empfohlen bis zum 30.9. auszucashen, obwohl das Geld dann natürlich immernoch greifbar ist.

Es ist wirklich traurig, dass es soweit kommen konnte. Am schlimmsten ist es jedoch für PokerFieber. Denn PokerFieber stand als großer Pokerlion Affiliate hinter dieser Marke und wenn plötzlich der Betrieb eingestellt wird und auch so manche Boni nicht mehr ausbezahlt werden konnten, hat dies einen klaren Imageschaden zur Folge. Aber die Tugend eines Pokeraffiliates ist es schließlich wieder aufzustehen und sich von so etwas nicht unterkriegen lassen.

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