Es wäre ohne Zweifel ein gigantischer Zug der die derzeitige Pokerindustrie extrem beeinflussen würde. Anscheinend ist Party Gaming mit Bwin im Gespräch. Es ist die Rede von einer Fusion aber wahrscheinlich wird es eher eine Allianz im Pokersektor. Denn dort haben beide ihre lieben Probleme. Ongame verliert immer mehr an Boden und schafft es mit immer schlechterer Software seine Spieler zu vertreiben. Party Gaming erholt sich zwar nach dem UIGEA Schock von 2006 wieder, aber ist noch lange nicht wieder zurück bei alter Stärke. Sowohl Pokerstars als auch Full Tilt sind deutlich vorbei gezogen und iPoker als Netzwerk ungefähr gleich auf.

Insofern kein Wunder dass man sich Gedanken macht. Und in der Tat könnte eine Fusion der beiden Pokerprodukte eine Wende herbeiführen. Am sinnvollsten erscheint ein Zusammenschluss vom Ongame- und Party-Netzwerk und dem Fokus auf ein Netzwerk. Aus Softwaresicht kann man sich eigentlich nur Wünschen dass Party die Oberhand behält und das ist auch wahrscheinlich denn PartyPoker hat eine Menge in die Verbesserung seiner Software investiert.

Allerdings müsste man sich von diesem Zusammenschluss auch wichtige Synergien erhoffen. Alleine wenn man Ongame und Party zusammen zählt reicht es trotzdem nicht annähernd an Full Tilt und Pokerstars heran. Aber umso wichtiger erscheint ein solcher Zusammenschluss, denn der Anschluss darf auch nicht verloren werden. Und eventuell hat Party zusammen mit Bwin auch schon etwas für den US-Markt in der Hand. Denn dieser scheint der absolute Trumpf von Pokerstars und Full Tilt zu sein. Doch die Frage ist auch wie lange dies der Fall sein wird.

Dass der UIGEA ein großer Schock für die Pokerindustrie war, steht außer Frage. Allerdings ist es ein ganz anderes Thema was passiert wenn der UIGEA wieder rückgängig gemacht wird. Alle Poker Affiliates und Spieler scheinen derzeit im Kreis zu springen wenn sie hören, dass die USA Online Poker legalisieren wird. Hier gibt es allerdings ein großes ABER!

Es scheint sich nur niemand Gedanken darüber zu machen wie eine Lösung zum UIGEA aussehen könnte. Es ist nämlich sehr unwahrscheinlich, dass sich der Staat nicht seine Anteile am Business abgreifen will. Da kommt wieder ein Lizenzierungsmodell ins Spiel. Der US Staat könnte zum Beispiel extrem teure Lizenzen verkaufen und sich ein Unternehmen wie Harrah’s suchen um dies zu testen. Diese vom Staat “unterstütze” Unternehmen hätten dann einen immensen Wettbewerbsvorteil, ähnlich wie Win2Day derzeit in Österreich. Denn sie dürften als einzige legal Werbung schalten. Hinzu kommt das Vertrauen, das US Bürger in eine Marke wie Harrah’s legen.

Ein solcher Pokerraum wäre überhaupt nicht auf Affiliates angewiesen. Es ist nahezu ausgeschlossen, dass auf einer Revenue Share Basis gearbeitet werden kann. Viel wahrscheinlich ist ein CPA System, das allerdings deutlich geringer ausfällt als man es derzeit gewohnt ist. Affiliates könnten sich mit 20 Dollar CPA abfinden. Natürlich wären die Conversions extrem gut, aber so einen schwachen CPA muss man erstmal kompensieren können.

Derzeit ist es völlig offen, aber man kann Poker Affiliates und -Räumen nur empfehlen auch einmal über den Tellerrand hinaus zu sehen. Denn wenn der UIGEA gekippt wird, heißt das noch lange nicht, dass dies auch vorteilhaft für die Industrie wird. Fest steht zumindest, dass eine eigentlich gute Konstellation wie vor 2006 kaum noch möglich sein wird.

Derzeit gehen Gerüchte in der Pokerindustrie um, die mehr als Gerüchte zu sein scheinen. Es ist auch irgendwo nachvollziehbar: Seit 2008 konsolidiert sich der Pokermarkt. Hier gibt es sowohl Gewinner als auch Verlierer, die Schere zwischen Gewinner und Verlierer wird jedoch immer größer. Das heißt, dass der Unterschied an Marktanteilen zwischen Marktführer und denjenigen mit den geringsten Marktanteilen, größer wird. Everest und Party als (bisher) eigenständige Netzwerke könnten daher mit einer Fusion extrem an Traffic zulegen und in den Bereich von Full Tilt gelangen.

Bisher scheinen es nur Überlegungen zu sein. Party Poker hat allerdings schon vor einigen Monaten angekündigt das Netzwerk zu öffnen und da bietet sich Everest als großer Lizenzpartner an. Party Poker kann damit sogar ohne den US Markt wieder auf Platz 2 rücken, kaum auszudenken wo sie stehen wenn der US Markt wieder öffnet.

Einer der Gründer von Betfair, Edward Wray hat kürzlich in einem Interview erwähnt erstmal kein Interesse am US-Amerikanischen Markt zu haben… zumindest solange der UIGEA weiter um sich schlägt. Er ist zwar froh, dass Obama die Wahl für sich entschieden hat, aber das ist kein Grund voreilig in den Markt zu stürmen.

Grundsätzlich zeigt das, dass Poker Räume durchaus klassische Marketingstrategien verinnerlicht haben. Diesen Eindruck hat man selten wenn man sich mit CEOs und Gründern verschiedener Pokerräume an den Tisch setzt. Denn die meisten wollen möglichst schnell möglichst viel. Ein Markt wird daher nicht ausgelassen und man versucht ihn irgendwie zu bedienen.

Wray verfolgt mit Betfair eine andere Strategie und wir sind uns einig, dass diese langfristiger erfolgreicher sein wird. Es ist wichtig sich auf seine Stärken und den stärksten Markt zu fokussieren. Wray sieht diese derzeit nur in Europa.

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