Dass der UIGEA ein großer Schock für die Pokerindustrie war, steht außer Frage. Allerdings ist es ein ganz anderes Thema was passiert wenn der UIGEA wieder rückgängig gemacht wird. Alle Poker Affiliates und Spieler scheinen derzeit im Kreis zu springen wenn sie hören, dass die USA Online Poker legalisieren wird. Hier gibt es allerdings ein großes ABER!

Es scheint sich nur niemand Gedanken darüber zu machen wie eine Lösung zum UIGEA aussehen könnte. Es ist nämlich sehr unwahrscheinlich, dass sich der Staat nicht seine Anteile am Business abgreifen will. Da kommt wieder ein Lizenzierungsmodell ins Spiel. Der US Staat könnte zum Beispiel extrem teure Lizenzen verkaufen und sich ein Unternehmen wie Harrah’s suchen um dies zu testen. Diese vom Staat “unterstütze” Unternehmen hätten dann einen immensen Wettbewerbsvorteil, ähnlich wie Win2Day derzeit in Österreich. Denn sie dürften als einzige legal Werbung schalten. Hinzu kommt das Vertrauen, das US Bürger in eine Marke wie Harrah’s legen.

Ein solcher Pokerraum wäre überhaupt nicht auf Affiliates angewiesen. Es ist nahezu ausgeschlossen, dass auf einer Revenue Share Basis gearbeitet werden kann. Viel wahrscheinlich ist ein CPA System, das allerdings deutlich geringer ausfällt als man es derzeit gewohnt ist. Affiliates könnten sich mit 20 Dollar CPA abfinden. Natürlich wären die Conversions extrem gut, aber so einen schwachen CPA muss man erstmal kompensieren können.

Derzeit ist es völlig offen, aber man kann Poker Affiliates und -Räumen nur empfehlen auch einmal über den Tellerrand hinaus zu sehen. Denn wenn der UIGEA gekippt wird, heißt das noch lange nicht, dass dies auch vorteilhaft für die Industrie wird. Fest steht zumindest, dass eine eigentlich gute Konstellation wie vor 2006 kaum noch möglich sein wird.

Eine weitere erschreckende Nachricht ereilte uns aus den vereinigten Staaten. Dort steht ein Pokerprofi unter dem dringenden Verdacht, seine Eltern ermordet zu haben.
Ende Februar wurde in Las Vegas der Pokerpro Ernie Scherer III. verhaftet. Er wird beschuldigt, seine Eltern ermordet zu haben. Das Ehepaar wurde tot in ihrem kalifornischen Haus aufgefunden. Ein mögliches Motiv für die Tat könnte Geldnot gewesen sein.
Ernie Scherer hatte sich zuvor 600.000 Dollar von seinem Vater geliehen, die der Mann nun wieder haben wollte. Leider hatte der Pokerpro die Summe nicht wieder eingespielt und hoffte wohl auf das elterliche Erbe. Vielleicht wollte er seinem Glück auf diese Weise ein wenig auf die Sprünge helfen.
Nun ja. Wir berichteten ja schon öfter über eine mögliche Spielsucht und deren Folgen. Wohin dies führen kann, sehen wir an diesem sehr erschreckenden Beispiel, bei dem gar die eigenen Eltern dran glauben mussten. Aus diesem Grund mein Rat an euch: Lasst es nicht so weit kommen. Wenn ihr merkt, dass es nicht läuft oder ihr gerade eine Pechsträhne habt, belasst es dabei und wartet auf bessere Zeiten statt auf Teufel komm raus versuchen zu wollen, das verlorene Geld wieder reinzuholen. In solch einem Fall landet ihr garantiert in Teufelsküche. Setzt euch ein Limit. Wenn dieses erreicht ist, HÖRT EINFACH AUF und gebt euch ein wenig Zeit, bevor ihr es erneut versucht.

Wie wir bereits berichteten, hat im letzten Jahr ein Richter im US-Bundesstaat Kentucky angedroht, 141 Domains, die sich mit dem Glücksspiel befassen (darunter eben auch Onlinepokerportale), per Urteilsspruch zu beschlagnahmen, sollten diese weiterhin in Kentucky erreichbar sein. Dieser Aufforderung sind einige Plattformen, darunter auch recht grosse, nachgekommen und haben deren kentuckische Nutzer per IP-Bann den Zugang zu deren Seiten verwehrt.
Nicht alle Anbieter fügten sich dieser Drohung und legten Berufung beim obersten Bundesgerichtshof ein. Dieser Gerichtshof hat jetzt zugunsten der Domaininhaber entschieden und das Urteil aus Kentucky aufgehoben. Laut Aussagen der Bundesrichter kann eine Domain nach geltendem Gesetz in diesem Fall nicht beschlagnahmt werden. In seinem Urteil hat der Richter aus Kentucky sich nämlich auf die Beschlagnahme illegaler Glücksspielgeräte bezogen und somit die Onlineanbieter diesen gleichgesetzt. Und eben dies sei nicht möglich.
Da atmet die Pokergemeinde auf. Man stelle sich nur vor, dieses Urteil wäre durchgekommen. Wie viele andere Bundesstaaten wären auf den Zug aufgesprungen und hätten, zum Wohle der Menschheit, ähnliche Urteile gefällt. Somit hat die Vernunft wohl wieder gesiegt. Wir können dies jedenfalls nur begrüssen und hoffen auf weitere Lockerungen im Glücksspiel- Pokerbereich.

Im Grunde leidet sogut wie jedes Geschäft unter dem Sommerloch. Ganz schlimm ist es wenn auch noch eine Fußball EM oder WM stattfindet, denn dann beginnt das Sommerloch noch ein paar Wochen früher und außer die Gastronomien und Fanartikelhersteller leiden die meisten darunter. Ebenfalls Pokeraffiliates, die die Herausforderung haben ihre Spieler über den Sommer bei Laune zu halten. Selbst die WSOP kann hier wenig ausrichten. In den USA sieht der WSOP-Hype anders aus, da werden in dieser Zeit meist Rekordumsätze erwirtschaftet. Der Tenor auf der anderen Seite des Teiches ist überwiegend negativ: Im Sommer sind einfach keine guten Umsätze drin. Zwar sitze ich persönlich gerade noch mit Badehose auf der Terrasse und genieße noch etwas die Sonne an diesem “Feier”tag, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass der Herbst schon lange vor der Tür steht und Weihnachten auch nicht mehr fern ist. In der kälteren Jahreszeit zieht es unsere Zielgruppen wieder vermehrt vor den PC und sie werden zu einer netten Pokerpartie im Internet eingeladen.

Doch im Poker Affiliate Business ist es kaum anders als im Wintersport: Im Sommer werden die Champions geboren! Wer im Sommer viel Zeit in sein Webseitenportfolio und Content gesteckt hat, kann jetzt dann die Früchte ernten! Wer im Sommer eher inaktiv war, hat jetzt einiges nachzuholen um von der Hauptsaison ordentlich zu profitieren.

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