Wo fängt die Spielsucht an?

Da haben wirs mal wieder. Bei Glücksspielen, zu dem auch Poker zählt, möchte der Staat einen Riegel davor schieben, weil er meint, die Menschen können durch diese Form der Unterhaltung süchtig werden. Klar ist das bei der einen oder anderen Person der Fall. Doch kann man auch von vielen anderen Dingen süchtig werden wie etwa: Rauchen, Trinken, Essen, Lesen oder Bowlingspielen. Wir Menschen sind nun einmal so gestrickt. Und wenn wir etwas unbedingt wollen, dann nehmen wir es uns auch – komme, was da wolle.

Nun setzt die staatliche Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg dem Ganzen die Krone auf, indem Sie behauptete, der große Jackpot vom Januar in Höhe von 28 Millionen Euro stelle keinerlei Suchtgefahr dar. Ist dem wirklich so? Wie viele Leute hörte ich sagen: Dieses Mal MUSS ich einfach Lotto spielen – bei dem Gewinn? Dass jedoch die Wahrscheinlichkeit auf den Hauptgewinn nicht wirklich größer ist, obwohl es um eine höhere Summe im Jackpot geht, scheint vielen nicht wirklich klar zu sein. Um sich nun drei oder drei Millionen Spieler an der Ziehung beteiligen – die Wahrscheinlichkeit auf einen Sechser beläuft sich immer auf ca. 1 zu 14 Millionen. Im Klartext: Wenn Sie 14 Millionen mal Lotto spielen, gewinnen Sie einmal.

Die Toto-Lotto GmbH meinte zu diesem Thema, dass etwa in den USA ganz andere Summen ausgespielt würden. Zudem muss Lotto attraktiv bleiben und es gäbe ja nicht jeden Tag derartige Summen zu gewinnen. Man habe zudem bereits einige Schritte in Richtung Spielsucht eingeleitet. So wurde etwa die Zahl der Ziehungen von 15 auf maximal 13 reduziert. Zudem ist diese Art des Glücksspiels im Internet verboten und man habe die Zahl der Annahmestellen reduziert. Na, das hört sich ja wirklich vielversprechend an.

In diesem Zusammenhang verstehe noch immer nicht, wieso Poker als Glücksspiel abgetan wird. Bei diesem Spiel gibt es keine 1:14 Millionen Wahrscheinlichkeit auf den Gewinn. Zudem kann man mit Taktik und Können durchaus die eine oder andere Partie für sich entscheiden. Wieder einmal bin ich der Überzeugung, dass der Staat sich alles so hinbiegt, wie er es möchte. Ob die Gründe dafür nun der Wahrheit entsprechen oder nicht. Letztendlich geht es immer nur ums Geld. Wie uns die derzeitige Finanzkrise in aller Deutlichkeit bewiesen hat.

3 Gedanken zu „Wo fängt die Spielsucht an?

  1. Lotto ist absoluter Quatsch!

    1. Stink langweilig
    2. Chance etwas zu Gewinnen = 0
    3. Gewinne werden erst ab 5 Richtigen interessant

    Ich kann mir nicht vorstellen, wie man von Lotto süchtig werden kann. Das Einzige Szenario was ich selbst von einigen früheren Geschäftskollegen her kenne ist, wenn man z.B. über längere Zeit immer die Gleichen Zahlen spielt nicht mehr aufhören kann, weil wenn derjenige aufhört und bei den nächsten Ziehungen gerade seine Zahlen kommen würden, er es sich nie verzeihen könnte. Das ist natürlich ein absolutes Horrorszenario und kann ich teilweise verstehen. Aber es gibt sie bestimmt, die Lottosüchtigen.

    Am problematischten sind Automatenspiele bzw. Walzenspiele wie die Novoline oder Merkur Magie Kisten aber auch diverse Onlineangebote. Dabei geht es dem Staat aber nicht etwa um den Schutz weniger Suchtspieler, sondern er möchte sein Glücksspielmonopol gänzlich zurück, alles Andere ist Heuchelei. Er würde am liebsten Spielhallen ganz verbieten, dafür aber wahrscheinlich staatliche Kasinos aus dem Boden Stampfen.

    In staatlichen Casinos z.B. gibt es keinerlei Gewinnbegrenzungen und es sind Einsätze bis zu 50€/Dreh möglich. In privaten Spielhallen, gibt es eine Gewinnbegrenzung von 1000€, verbunden mit Ladezeiten und anderen Beschränkungen, was Spieler die weniger als 300.000€ Netto / Jahr verdienen überhaupt nichts nützt, denn man kann trotzdem locker 1.000€ / Tag verzocken, halt an 2 oder 3 Automaten.

    Das man in staatlichen Kasinos für den Spielerschutz sorgt, ist Schwachsinn. Man kann sich zwar bundesweit sperren lassen aber das machen die Meisten sowieso erst, wenn die ganze Kohle weg ist. Und ich kenne jemanden, welcher in einem Monat über 50.000€ in einem staatlichen Kasino verspielt hat. Er wurde einmal angesprochen, ob er nicht ganug habe und das wars dann aber schon mit dem tollen Spielerschutz.

    Ich hasse diese Heuchelei einfach, es gibt wirklich nicht schlimmeres für mich. Man könnte doch auch einfach von staatlicher Seite ganz klar seine Motive äußern, dann weiss man wenigstens woran man als Bürger ist.

    Ansonsten sehe ich das genau so. Es gibt auch Kaufsüchtige und es werden deshalb trotzdem keine Kaufhäuser verboten.

  2. An dieser Stelle muss ich übrigens mal ein ganz dickes Lob aussprechen (ohne zu schleimen). Du / Ihr habt da wirklich eine tolle, informative Seite geschaffen. Ich habe mir heute schon dutzende Artikel durchgelesen. Nur Euer Logo bzw. Header könnte etwas Farbe vertragen 🙂 Aber vom Informationsgehalt, ist Euch die Seite auf jedenfall gelungen.

  3. Da kann ich meinem Vorredner nur zustimmen.
    Die Qualität, der hier angebotenen Artikel sind einfach 1a.
    Btw. sehe ich beim Lotto auch keine langen Zukunftsaussichten.
    Denke in 50 Jahren wird das ganze ausgestorben sein, da sich die junge Generation nicht mehr für diese Art Glücksspiel interessiert.

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